Demenzerkrankungen gelten neben Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen als eine der höchsten Erkrankungsrisiken in westlichen Gesellschaften. So wurde seitens des Robert-Koch-Instituts für das Jahr 2050 aufgrund der demografischen Entwicklung prognostiziert, dass über zwei Millionen Menschen in Deutschland an einer Demenz leiden werden. Seit Jahren ist die Forschung auf der Suche nach Ursachen sowie ersten Anzeichen für Demenz, um präventiv handeln und rechtzeitig intervenieren zu können.

Risiko für Demenz auch im Lebenswandel

In vielen Studien konnten Zusammenhänge zwischen der Lebensweise und dem Risiko für Demenz aufgezeigt werden. So scheint eine Ernährung, welche überwiegend auf tierischen Produkten basiert, eher für eine höhere Wahrscheinlichkeit, an einer Demenzerkrankung zu erkranken, zu sprechen. Demgegenüber scheint der moderate Konsum von Kaffee eher das Risiko für eine Demenzerkrankung zu verringern. Auch das Rauchen gerät zunehmend als ein Risikofaktor für Demenzerkrankungen in den Fokus, währenddessen körperliche Aktivität sich vorteilhaft auf ein vermindertes Risiko auswirken kann.

Anzeichen für Demenz

Kind riecht an Blume auf der Hand

Erstes Anzeichen für Demenz: Wenn man Düfte nicht mehr unterscheiden kann © Jônatas Cunha under cc

Vergesslichkeit kann ein Anzeichen für Demenz sein, wenn diese über einen längeren Zeitraum besteht. Kürzer andauernde Phasen von Vergesslichkeit lassen sich durchaus auch auf erhöhten Stress oder Überlastung zurückführen. Was aber, wenn man ständig vergisst, wo die Brille liegt? Wenn man am Ende eines Zeitungsartikels nicht mehr weiß, was am Anfang des Artikels stand? Wenn sich die Schwierigkeiten beim Einkaufen erhöhen, weil man einfach »zu schusselig« ist?
Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat einen Screeningfragebogen ins Internet gestellt, anhand welchem man erste mögliche Anzeichen für Demenz abfragen kann. Selbstverständlich ersetzt der Fragebogen nicht die Diagnostik beim Hausarzt oder in der Gedächtnissprechstunde, aber er kann zumindest schon einmal die erste Hürde nehmen, wenn man Auffälligkeiten an sich bemerkt.
Auf frühe Anzeichen für Demenz zu reagieren, kann ein weiterführendes, selbständiges Leben in hoher Qualität aufgrund einer angemessenen medizinischen, sozialen und psychologischen Versorgung ermöglichen, denn auch eine ausgeglichene Psyche wirkt sich positiv auf das Immunsystem und Krankheitsverläufe aus.

Mangelnde Geruchsdifferenzierung als Anzeichen für Demenz

Eine Langzeitstudie der University of Chicago Medicine an etwa 3000 Erwachsenen zwischen 57 und 85 Jahren hat kürzlich aufzeigen können, dass eine mangelnde Geruchsdifferenzierung ein erstes Anzeichen für Demenz sein kann. Es zeigte sich, dass Personen, die weniger als vier von fünf typischen Gerüchen nicht klassifizieren konnten, ein mehr als doppelt so hohes Risiko hatten, in den nächsten fünf Jahren an Demenz zu erkranken, im Gegensatz zu den Probanden, welche eine solche Geruchsklassifizierung erfolgreich durchführen konnten.

Es scheint, dass der Geruchssinn eng verbunden ist mit den kognitiven Funktionen im Gehirn und dem Gesundheitszustand von Personen, so der an der Studie beteiligte Arzt Professor Jayant M. Pinto von der University of Chicago Medicine. Den Geruchssinn zu verlieren, sei ein starkes Warnsignal dafür, dass irgendetwas nicht stimmt im Gehirn und eine signifikante Beeinträchtigung vorliegen könnte, so Pinto. Neben der Vergesslichkeit scheint demnach die mangelnde Geruchsdifferenzierung ein Anzeichen für Demenz zu sein.

Quellen

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