Baby beim Schlafen

Warum Babys „schlecht“ durchschlafen und schreien lassen nicht hilft

Baby beim Schlafen

Schlafendes Baby © depone under cc

Das Schlafverhalten von Babys und Kleinkindern ist eines der Themen der frühkindlichen Erziehung. Bei Neugeborenen ist man sich noch weitestgehend einig. Niemand erwartet von diesen, dass sie durchschlafen. So werden z.B. aufgrund der Gefahr des plötzlichen Kindstod bei Neugeborenen nächtliche Unterbrechungen und die Nähe der Eltern beim Schlafen als selbstverständlich angesehen.

Doch je näher das Kind dem ersten Lebensjahr kommt, desto öfter werden Meinungen laut, man solle das Kind ausquartieren und Durchschlafen „antrainieren“.

Kinder schreien lassen, um Durchschlafen zu lernen?

In den letzten Jahrzehnten war man der Überzeugung, Babys und spätestens Kleinkinder müssten lernen durchzuschlafen. Man müsste sie nur entsprechend anleiten. Die wohl bekannteste und umstrittenste Methode ist die sogenannte Ferber-Methode, benannt nach dem Erfinder dieses Schlafprogramms (siehe z.B. Kast-Zahn & Morgenroth, 2007). Hierbei geht es um kontrolliertes Schreien lassen. Das Kind solle lernen, dass nachts niemand kommt und so zum Durchschlafen gebracht werden.

Inzwischen hat man herausgefunden, dass diese mit der Ferber-Methode behandelten Kinder anscheinend nicht wirklich durchschlafen. Tatsächlich würden sie noch genauso oft in der Nacht erwachen wie „unbehandelte“ Kinder. Da sie aber in der Hinsicht konditioniert wurden, dass auf ihr nächtliches Schreien niemand reagiert, machen sie sich auch nicht mehr bemerkbar (z.B. Lüpold, 2009).

Aus psychologischer Sicht ist diese Methode veraltet und bedenklich.

Mögliche negative Konsequenzen des nächtlichen Schreien lassen

Neben einem unguten Gefühl kann nächtliches Schreien lassen viele negative Konsequenzen beim Kind nach sich ziehen.

Beeinträchtigung der Mutter-Kind-Bindung und des Selbstvertrauens

Mutter trägt Kleinkind

Mutter mit Kind © Nico’s Art under cc

Jüngere wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, wie wichtig auch das nächtliche Reagieren auf das kindliche Weinen ist (z.B. Lüpold, 2009). Gerade in Bezug auf die sichere Mutter-Kind-Bindung und die Schaffung des Urvertrauens beim Kind scheint nächtliches Schreien lassen fatal.

Ist die Objektpermanenz noch nicht hinreichend ausgebildet, wird das Kind glauben, Mutter oder Vater seien verschwunden und es fühlt sich allein gelassen. Es hat keine Chance sein Vertrauen darin zu entwickeln, dass Mama oder Papa da sind, um seine Bedürfnisse zu stillen. Eine vertrauensvolle Mutter(-Vater)-Kind-Beziehung ist somit erschwert.

Gerade mit ca. einem Jahr, wenn Kinder sich immer mehr von den Eltern aufgrund ihrer größer werdenden Mobilität entfernen, versuchen viele Eltern das Schreien lassen. Ein fataler Fehler, wenn man bedenkt, dass in dieser Zeit gleichzeitig besonders starke Verlustängste beim Kind vorhanden sind.

Darüber hinaus scheinen negative Konsequenzen für die Entwicklung des späteren Selbstbewusstseins zu drohen, da sich das Selbstvertrauen beim Kind aus dem Urvertrauen entwickelt (siehe z.B. Posth, 2009).

Geduld und Fürsorge, auch in der Nacht, kommen dem Kind also zugute, bis es selbst so weit ist, um durchzuschlafen.

Sinn und Zweck des natürlichen Schlafverhaltens von Kindern

Inzwischen ist erwiesen, dass sich das Schlafverhalten von Kindern von dem der Erwachsenen unterscheidet. Babys und Kleinkinder haben einen sehr aktiven Schlaf sowie ein zerstückeltes Schlafmuster mit vielen Übergängen (Tarullo et al., 2011).

Natürlich sind diese vielen nächtlichen Unterbrechungen für die Eltern sehr anstrengend, aber das typische kindliche Schlafmuster hat einen Zweck.

Evolutionsbiologische Begründung: Das Kind sucht Sicherheit

Zunächst einmal kann man das häufige Erwachen des Kindes evolutionsbiologisch begründen. Kinder erwachen, um zu prüfen, ob sie in Sicherheit sind und eine Bezugsperson in der Nähe ist. Wäre dies nicht der Fall, wären sie im ursprünglichen Sinne der Natur und ihren Gefahren hilflos ausgeliefert. Auch Erwachsene wachen des Nächtens auf, um die Umgebung zu prüfen, können sich daran aber meistens nicht mehr erinnern.

Lernpsychologische Begründung: Das kindliche Gehirn hat viel zu verarbeiten

Auch lernpsychologisch gesehen hat dieses typische Schlafmuster einen Grund. Es gibt Hinweise, dass das typische Schlafverhalten von Kindern das Lernen erleichtert (Tarullo et al., 2011). Das Kind lernt in den ersten Jahren viel und in rasantem Tempo. Dies alles muss verarbeitet und abgespeichert werden. Studien zeigen, dass der Schlaf eine Rolle bei der Gedächtniskonsolidierung spielt: Dass was das Baby im Wachzustand erlebt, wird im Schlaf gespeichert. Darüber hinaus erfährt das kindliche Gehirn auch im Schlaf eine sensorische Stimulation und lernt währenddessen weiter.

Ab wann schlafen Kinder durch?

Viele Psychologen sehen Schlafen als einen Reifeprozess (z.B. Lüpold, 2009). Wenn das kindliche Gehirn entsprechend ausgereift ist, wird Durchschlafen von allein geschehen. Der Zeitpunkt ist individuell unterschiedlich. Manche Kinder schlafen mit 2 Jahren durch, andere erst mit 4 oder später.

Interessant ist, dass vor allem in Deutschland erwartet wird, dass Kinder im Laufe des ersten Lebensjahres durchschlafen (Lüpold, 2009). In vielen anderen Kulturen, auch in westlichen, ist dies nicht der Fall. Hier geht man zum Teil von einem Durchschlafalter von 4-5 Jahren aus. Auch schlafen in vielen anderen Ländern Kinder wie selbstverständlich im Elternbett oder zumindest im Elternschlafzimmer, bis sie von selbst im eigenen Bett schlafen wollen.

Natürlich hilft Eltern das alles nicht viel, wenn sie mal wieder mit müden Augen morgens Kaffee kochen. Aber vielleicht hilft es zu verstehen, warum Kinder so „schlecht“ durchschlafen. Vielleicht hilft es auch die eigene Einstellung diesbezüglich zu ändern und das Ganze etwas positiver zu betrachten; auch um dem Druck etwas entgegensetzen zu können, wenn mal wieder die Frage nach dem Durchschlafen verneint werden muss und ein Stirnrunzeln beim Gegenüber hervorruft.

Haben Sie Interesse an weiteren Informationen zu diesem Thema? Unser Buchtipp: Ich will bei euch schlafen! Ruhige Nächte für Eltern und Kinder.

Quellen:

  • Kast-Zahn, A. & Morgenroth, H. (2007). Jedes Kind kann schlafen lernen (8. Aufl.). GRÄFE UND UNZER Verlag GmbH.
  • Lüpold, S. (2009). Ich will bei euch schlafen. Ruhige Nächte für Eltern und Kinder (2. Aufl.). Urania Verlag.
  • Posth, R. (2009). Vom Urvertrauen zum Selbstvertrauen: Das Bindungskonzept in der emotionalen und psychosozialen Entwicklung des Kindes (2. Aufl.). Waxmann.
  • Tarullo, A.R., Balsam, P.D. & Fifer, W.P. (2011). Sleep and Infant Learning. Infant and Child Development, 20, 35–46.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche sich mit Themen rund um die frühkindliche Erziehung beschäftigt. Lesen Sie dazu auch:

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Warum Babys "schlecht" durchschlafen und schreien lassen nicht hilft, 4.0 out of 5 based on 111 ratings
Kommentare
33 Antworten zu “Warum Babys „schlecht“ durchschlafen und schreien lassen nicht hilft”
  1. Juana sagt:

    Ein toller Artikel, der die Sachlage ganz übersichtlich und undogmatisch zusammenfasst.

    Was mir dabei allerdings fehlt: Es wird nur zwischen den Zeilen erwähnt, dass Elternsein eben trotzdem nicht heißen muss, morgens „mit müden Augen Kaffee zu kochen“. „Das Ganze positiver zu gestalten“ ist leider sehr schwurbelig.

    Besser müsste man sagen: Wenn das nächtliche Aufwachen Ihres Kindes Sie belastet, tun Sie, was in Ihren Möglichkeiten steht, um selbst zu möglichst viel Schlaf zu kommen bzw. möglichst gut zu schlafen.

    Die Tipps dafür finden sich wiederum allerorten und sind meistens die gleichen:

    Kind mit ins Elternbett oder in unmittelbare Nähe (Beistellbett), so dass man, wenn man sich nachts kümmern muss, selbst nicht zu sehr aufwacht. Dann kann man selbst besser wieder einschlafen.

    Wenn man nicht stillt, Nachtfläschchen so weit wie irgend möglich vorbereiten und neben das Bett stellen. Wenn man stillt, hat mans gleich noch viel einfacher.

    Körperkontakt beim Schlafen zulassen, wenn das dem Kind hilft (und man selber dadurch nicht um den Schlaf gebracht wird). Etc. pp.

    Was genau wie gut funktioniert, hängt immer vom eigenen Kind ab, aber generell gilt: Das hilft!

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    • Yvonne sagt:

      Wir haben versucht, das Kind im eigenen Bett schlafen zu lassen. Hat nicht geklappt. Das Kind war unruhig, am Weinen und mein Schlaf blieb auch auf der Strecke.

      Das Kind schläft bei uns mit und ich fühle mich wohl dabei. Es braucht uns halt und das geben wir ihm. Mir ist es dabei egal, was andere sagen. Uns geht es gut, das ist das wichtigste.

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  2. Jenny sagt:

    Ich kann solchen Artikeln leider nichts abgewinnen, außer dass sich meine Meinung wieder mal bestätigt, dass in der heutigen Zeit jedem Thema viel zu viel Bedeutung beigemessen wird und alles viel zu viel dramatisiert wird. In der heutigen Zeit ist Kindererziehung eine Wissenschaft geworden und trotzdem gibt es so viele verhaltensauffällige, aggressive, schwer erziehbare Kinder. Die Frage ist: Warum ist das so?

    Früher hat man sich meiner Meinung nach weniger angetan und trotzdem war alles mehr in Ordnung als heute.

    Ich beobachte immer wieder, dass sich ab der Geburt eines Kindes alles nur noch ums Kind dreht. Wir drehen uns ums Kind herum, ist das wirklich gut? Ist es wirklich gut, die Babys im Elternbett oder Schlafzimmer zu haben? Ist es nicht besser, sie gleich in ihrem Zimmer und eigenen Bett schlafen zu lassen, als sie dann irgendwann unter Protest umzugewöhnen? Dadurch fangen ja die Probleme erst an, weil man sie zu Beginn verwöhnt und dann beschließt, dass das irgendwann doch ein Ende haben muss und dann geht der Kampf erst richtig los.

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    • Adrian sagt:

      Jenny, das halte ich für nicht richtig. Viele der Kinder sind „Eindrücken“ und Gegebenheiten ausgesetzt, die es früher nicht gab. Es ist viel lauter und aggressiver geworden. Allein die Straßen oder Kaufhallen sind mit viel mehr Menschen beseelt als in früheren Jahren.

      Ein weiterer Punkt sind die Eltern. Vielen fällt es schwer, Geduld für Ihre Kinder aufzubringen. Das mag an den Menschen selbst liegen, aber auch an einer hektischen Umwelt. Häufig erlebe ich in Straßenbahnen die Ungeduld der Mitfahrer, doch ein Kind zum Schweigen zu bringen, wenn es laut weint. Die Eltern lassen sich von diesem Druck beeinflussen und sind dann aggressiver zum Kind.

      Den Begriff „Verwöhnen“ halte ich für überzogen. Damals musste sich das Kind den Eltern anpassen. Heute versucht man sich dem Kind mehr anzupassen bzw. auf das Kind mehr Rücksicht zu nehmen. Das halte ich eher für die richtige Entscheidung, da man langfristig dem Kind mehr mitgibt als früher. Ich bekomme oft die Antwort: „Früher seid ihr ja auch groß geworden“. Aber eben irgendwie, während man heute versucht, die Kinder individuell zu fördern und zu ermutigen. Wenn ich es mit meinen Kindern schwerer habe, weil ich mir die Mühe mache auf ihre Bedürfnisse einzugehen und ihnen dadurch etwas für ihr Leben mitgeben kann, dann mache ich das gerne.

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      • Veronika sagt:

        Ich finde das auch nicht richtig. Sicher, Kinder werden auch groß, wenn nicht auf ihre individuellen Bedürfnisse eingegangen wird und sie „mitlaufen“. Aber wie? Ich glaube nicht, dass Kinder früher glücklicher waren als heute, weil sich weniger intensiv um sie gekümmert wurde. Früher basierte die Kindererziehung oftmals vor allem auf Gehorsam und Strafe.

        Außerdem geht es in dem Artikel in meinen Augen nicht darum, ob man Kinder von vorne bis hinten verhätscheln soll. Es dürfte außer Frage stehen, dass ein so hilfloses Wesen wie ein Neugeborenes den Kontakt zu seinen Eltern zu jeder Zeit des Tages (und der Nacht) braucht. Evolutionstechnisch gesehen sind wir erst einen Steinwurf vom Neandertaler entfernt, auch wenn wir uns noch so bemühen, das zu leugnen. Bei unseren Vorfahren (und bei Naturvölkern heute noch) war es völlig normal, ja unabdingbar, dass Kinder nachts so nah wie möglich bei ihren Eltern geschlafen haben. Erst im 19. Jahrhundert kam plötzlich die „Mode“ auf, Kindern eigene Betten und Zimmer zur Verfügung zu stellen. Ein Säugling wird aber kaum von Geburt an auf das Leben in dieser neuen Welt vorbereitet sein und nach diesen Regeln leben, die wir „modernen“ Erwachsenen uns ausgedacht haben.

        Ob wir nun wollen oder nicht, das Leben eines Säuglings läuft nach anderen Grundsätzen ab als unseres. Das können wir gleich von vorn herein annehmen und uns darauf einstellen, oder wir können mit allen Mitteln dagegen ankämpfen und doch nichts erreichen.

        Im Gegenteil würde ich sogar sagen: Die Eltern nehmen sich heute viel zu wichtig, viel wichtiger als früher. Selbstverwirklichungsdrang und Lifestyle bestimmen, wie Eltern mit ihren Kindern umgehen, anstatt die Natur und das instinktive Gefühl. Und dieser Artikel zeigt auf, dass das nicht funktionieren kann.

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    • Pia sagt:

      Du hast Recht: dem Thema wird zu viel Bedeutung beigemessen. Jeder sollte auf sein Kind hören. Dann merkt er schon, was es braucht. Das ist wichtig und nicht das, was andere Leute sagen.

      Früher, ja früher war alles besser. Damals konnte man sich noch keine leisten. Also stellten sich solche Luxusprobleme nicht.

      Und der Protest beim Umgewöhnen? Genau, dann macht man sich Probleme. Warte einfach bis das Kind von sich aus nicht mehr will. Warum muss Dein Kind gegen Dich kämpfen?

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    • BioLoge sagt:

      Ja, leider gibt es immer noch genug Menschen, so wie Jenny, die ein Vorgehen nach der Natur und biologischen Grundsätzen als Modeerscheinung abtun und meinen, man könnte oder würde Kinder verwöhnen, wenn man einfach nach biologischen Grundsätzen verfährt. Das ist für mich Dummheit gepaart mit Arroganz.

      Um zu sehen, was biologisch ist, muss man einfach nur die Tiere beobachten. Nein, natürlich nicht die armen Milchkühe, die nach den ihnen weggenommenen Kälbern brüllen. Keine Katze, kein Hund, und genauso in der freien Natur, würde auf die Idee kommen, seinen Nachwuchs „auszuquartieren“, damit er seine Ruhe hat und die Kleinen nicht zu sehr verwöhnt. Das ist ein menschliches Phänomen – oder sollte man sagen, „ein deutsches“?

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    • Anika sagt:

      Danke Jenny, du sprichst mir aus der Seele. Ich bin ganz deiner Meinung, besser hätte ich es auch nicht formulieren können.

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  3. Steffi sagt:

    Ich finde es toll, dass jemand genau meine Gefühlslage und Ansicht in Worte gefasst hat. Ich handele genau SO und ich tue es instinktiv. Mein Baby ist jetzt ein Jahr alt und wir haben das Beistellbett erst jetzt wieder zum normalen Babybett umgebaut. Mir tut es leid, mein Baby sonst liegend in den Schlaf zu stillen und heute nur auf dem Arm um ihn anschließend in dieses nicht abwärmte Bett zu legen. Und warum kamen wir auf diesen Versuch? Weil wir versuchen wollen ihn auch mal bei Oma und Opa einschlafen zu lassen – ohne Mamas Brust.

    Dieser Bericht bestärkt jedoch wieder mein Denken. Wenn der Kleine so weit ist, wird er es mir zeigen. Denn Weinen ist so ziemlich das schlimmste Gefühl. Nicht nur für ein Baby. Die Mamis sollen sich wieder auf ihre Instinkte verlassen und nicht auf irgendwelche „ich hab auch schon Kinder groß gezogen“-Geschichten oder auf irgendwelche Psychologen, die nie ein Kind hatten oder Mütter, die völlig vereinnahmt von etwas sind, so dass sie nicht in sich hineinhören können oder die Gesellschaft bzw. das Umfeld es nicht zulässt, weil man dann ja eventuell „anders“ wäre und über einen getuschelt wird.

    Was ich mir ständig anhören muss?? … Dito. Wie der Text sagt: „Schläft er durch? Warum schläft er nicht in seinem Zimmer? Warum liegt er nicht allein in seinem Bettchen?“ Es nervt, sich ständig für seine und meine Intuition und Bedürfnisse rechtfertigen zu müssen. Ich würde endlich begrüßen, wenn jemand auch mal sagt, „toll, dass du die Ausdauer besitzt, die Grundbedürfnisse deines Babys zu stillen“ oder „du machst schon alles richtig, du bist eine tolle Mutter“ oder „dein Baby ist so unkompliziert und froh, dass liegt bestimmt daran, dass du ihm gibst, was er benötigt“. Nein, wenn ich so darüber nachdenke, wird mir immer nur alles madig gemacht und Zweideutigkeiten untergejubelt. Eigentlich traurig, dass ich nur abgestempelt werde. Außer von meinem Mann, der mich hin und wieder bewundert. Vielleicht schreibt ja jemand gleichgesinntes zurück. Jemand unabhängiges, jemand der sich nicht mehr reinreden lassen will. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es auch nicht fremdgeleitete Mamas gibt.

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    • Ani sagt:

      Allgemein und zur Person über mir: Hier meldet sich mal eine gleichgesinnte Mama zu Wort. Ich habe eine Tochter, die 7 Monate alt ist und auch sie schläft bei uns im Bett und wird noch gestillt.

      Schon von Anfang an gab es viele Diskussionen in unserem Umfeld. Aber was ist nun besser? Das Kind zufrieden nachts bei mir nebendran liegen zu haben und dadurch selbst ein paar Stunden schlafen zu können oder permanentes Dauergebrüll, weil ich versuche, sie in einen Rythmus zu pressen, für den sie einfach geistig noch nicht reif genug ist?

      Babys sind einfach absolut abhängige Wesen! Sie können noch nicht mal alleine aufstoßen oder uns sagen, wenn es ihnen zu heiß oder zu kalt ist. Sie brauchen für alles einen Part, der ihnen hilft, das Bedürfnis, nach dem sie verlangen, auszuführen. Einzig und allein durch schreien können sie uns darauf aufmerksam machen, dass ihnen etwas fehlt und wir können entweder darauf eingehen oder eben nicht. Ob ersteres oder letzteres ist jedem selbst überlassen.

      Und bei dem ganzen Fachsimpeln über solch banale Dinge, die eigentlich normal sind, dass das Kind nunmal seine Bezugspersonen braucht und daher das schreien lassen zum Durchschlafen sicherlich nicht unbedingt der beste Weg ist: Diese intensive Zeit erlebt man nur einmal mit seinem Kind. Sie kommt nie wieder zurück und auch die Kleinsten werden einmal eigenständige Persönlichkeiten und wenn sie reif genug sind, erledigen sich diese „Luxusprobleme“ sowieso von alleine.

      Eigentlich ist es gar nicht Wert sich darüber aufzuregen. Man sollte sich einfach vertrauen und vor Augen führen, dass die Kinder älter und damit auch selbstständiger werden. Meint ihr, dass ein Mädchen mit 16 Jahren noch immer an Mamas Brust einschlafen und gestillt werden möchte? Halte ich für Utopie. Da sitzt man gemeinsam am Kaffeetisch und schmunzelt gemeinsam über die „gute, alte Zeit“…

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    • Laura sagt:

      Hallo Steffi,

      auch ich bin so eine Mutter bzw. wir sind solche Eltern. Alle unsere Kinder haben als Babys im Beistellbett geschlafen und wurden in der Nacht bis zu 6x gestillt (bei der Ältesten bis sie zweieinhalb war!), unser Jüngstes schläft aktuell bei uns im Bett. Unsere Tochter, die jetzt viereinhalb ist, schläft zwar in ihrem Zimmer in ihrem Bett ein (aber auch nur, wenn wir daneben liegen), kommt aber nach ein paar Stunden Schlaf zu uns ins Familienbett. Sie hat neben unserem Bett eine erhöhte Matratze, wo sie dann weiterschläft. Ich bin mittlerweile entspannt, was das betrifft, da es in unserem Umfeld einige Leute gibt, die mit der ganzen Familie im Familienbett schlafen – zum Teil mit über Zehnjährigen!! Du musst mal im Bekanntenkreis rumfragen, oft sind es mehr Familien, als man denkt, denn das Familienbett ist ein Tabu und viele Leute reden nicht darüber!

      Am Anfang habe ich mich aber auch verunsichern lassen, vor allem von der eigenen Mutter, die immer noch bei jedem kleinsten Problem mit den Kindern Sätze sagt wie „Du musst deine Kinder loslassen! Sie sollten in ihrem eigenen Bett schlafen!“ Da lache ich mittlerweile nur noch.

      Und, um ein weiteres Vorurteil zu entkräften: Wir sind keine Super-Ökos. Ihr würdet Euch wundern, wenn Ihr wüsstet, was ich beruflich mache und wie ich so unterwegs bin, ebenso mein Mann.

      Ich wünsche allen Eltern die Kraft und Stärke, die Anfeindungen des Umfeldes auszuhalten und mit Stolz und Sicherheit das Familienbett zu praktizieren. Das tun die Menschen schließlich seit Jahrhunderten, ja Jahrtausenden oder gar Jahrmillionen, und heute auch noch fast überall auf der Welt. Oder glaubt Ihr, in den Höhlen der Steinzeitmenschen gab es Kinderzimmer? Oder in den Hütten in Indien? Wenn man gelegentlich Dokumentarfilme über andere Kulturen oder Landstriche sieht (auf arte z.B.), dann sieht man fast immer das Familienbett. Denn fast die ganze Welt kennt Kinderzimmer nur vom Hörensagen!

      Also, traut Euren Instinkten und lasst die kleinen Babys und Kinder dort schlafen, wo sie sich sicher und geborgen fühlen – im Bett ihrer Eltern. Und lasst sie trinken und fühlen, wo sie das bekommen was sie brauchen – an der Brust der Mutter.

      In den empfehlenswerten Stillgruppen der La Leche Liga findet man übrigens oft Gleichgesinnte.

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    • Pia sagt:

      Hallo Steffi,

      Dein Kind ist wichtig, nicht das, was andere Leute sagen. Hör auf Dein Kind und Deinen Instinkt und nimm beides ernst. Alles andere zeigt sich.

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    • Bettina sagt:

      … und hier nochmal eine Gleichgesinnte :) Mein Großer ist jetzt zwei – was hab ich mir Gedanken gemacht, weil er einfach nur an der Brust eingeschlafen ist… Die ersten Monate wars überhaupt schwer, ihn zum Schlafen zu bringen, ich war dann froh, ihn mit Tragetuch tagsüber und durch Stillen nachts zum Schlaf zu bringen, den er für seine Entwicklung gebraucht hat.

      Irgendwann zwischen dem ersten und zweiten Geburtstag hat er dann aber plötzlich durchgeschlafen. Das Stillen nachts wurde so gemächlich weniger, dass ich es zuerst gar nicht merkte, als er dann doch durchschlief! Einschlafen konnte er allerdings immer nur an der Brust… Ich wurde dann wieder schwanger und habe ihn weiter gestillt, langsam weniger, dann nur noch zum Einschlafen (das hab ich sogar gemacht als das zweite Baby kam und ich schon Wehen in 5-Minuten-Abständen hatte *gg*).

      Etwa zwei Monate nachdem die Kleine geboren wurde, hat er sich selbst abgestillt und braucht mich auch nicht mehr zum Einschlafen. Wir haben immer noch beide in Betten direkt neben unserem Doppelbett, damit sich eine große Liegefläche für uns alle ergibt. Der Große mags immer noch sehr gern, wenn man seine Hand zum Einschlafen hält, aber er will seitdem selbst in seinem beigestellten Bett schlafen. Bei der Kleinen hab ich mir jetzt von Anfang an in nichts dreinreden lassen – und ich glaube anhand der Entwicklung des Großen sind einige Fragereien jetzt auch verstummt.

      Ich bin davon überzeugt, dass man Kindern die Zeit geben soll, die sie brauchen. Man hat sie ja nicht lange so klein… Aber das wird vielen halt leider erst bewusst, wenn sie groß sind (oder gar nie). Das mit dem „im eigenen Bett / Zimmer Schlafen“ ist ja eigentlich nur ein Problem des „modernen“ Westens, in anderen Kulturen und auch bei uns früher gabs in vielen Familien gar keinen Platz für ein eigenes Bett für ein Baby, geschweige denn für ein eigenes Zimmer pro Kind.

      Ich glaube, dass die Fragerei ja oft auch aus Einfallslosigkeit kommt, irgendwas wollen die Leute halt sagen oder fragen, und da kommt dann immer wieder das Thema Schlaf. Ich hab dann gern mit Sätzen wie „Nein, aber dafür kann er jetzt schon …!“ geantwortet, das hat das Gespräch dann oft ganz schnell in eine andere Richtung gelenkt.

      Ich wünsch dir auf jeden Fall noch ganz viel Kraft, genieß die Zeit ausgiebigst, denn sie ist unwiederbringlich und was du jetzt investierst, macht sich auf jeden Fall bezahlt. Allein schon für deine eigenen Erinnerungen. Wenn ich jetzt an den Schlaf in den ersten ca. 1,5 Jahren zurückdenk, seh ich uns aneinandergekuschelt gemütlich einschlummern und nicht mich mit einer Stoppuhr vor dem Kinderzimmer stehend und zuhörend wie er schreit, bis ich endlich wieder reingehen kann um ihn zu beruhigen, weil es das Lehrbuch so vorgibt.

      Gleichgesinnte in deiner Nähe könntest du übrigens in einer La Leche Liga Stillgruppe finden! Kann ich nur sehr empfehlen.

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  4. Nene sagt:

    Artikel gelesen, Kommentare gelesen. Und wieder mal hab ich das Gefühl, alles falsch zu machen.

    Unser Baby (6 Monate) schläft im eigenen Bett, hat das ab dem 3. Monat praktisch problemlos gemacht, manchmal 7 Stunden am Stück. Jetzt schläft es maximal 4 Stunden im eigenen Bett, danach alle 2 Stunden wach. Ehebett als Lösung? Da schlaf ich auch nicht besser, aus Angst, es fällt raus oder ich rolle drauf.

    Früher war sicher nicht alles besser, nur früher gab es nicht Zugriff auf tausend verschiedene Meinungen und „du musst das so machen“-Ratschlägen aus dem Internet. Früher hat man sicher auch einiges falsch gemacht, heute haben aber viele Mütter non-stop das Gefühl, was falsch zu machen. Obwohl das sicher nicht so ist.
    Habe ich das Gefühl, alles falsch zu machen? Ja! Mache ich was falsch? Sicher! Allerdings – unser Baby wächst und gedeiht – nur schläft es eben nicht so lang wie andere…

    Und jetzt gibt es erstmal nen großen Kaffee…

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    • Blubb sagt:

      Mein Baby ist so ein Fall, das in ihrem eigenen Bett sofort schreit. Wenn ich auch nur versuche, sie dort zum Schlafen reinzulegen und selbst wenn sie in meinen Armen schon im Land der Träume ist, noch im Landeanflug in ihr Bettchen wird sofort gequietscht.

      Zu Nene: Wenn dein Baby da nicht schreit, wenn es im eigenen Bett schlafen soll, why not? Ist doch okay. Nur manche haben vielleicht das Problem wie wir, dass die kleine Miss sich nicht mal ins Bettchen ablegen lässt. Sie schläft bei mir besser. Aber habe das „große“ Bett auf der Seite, wo sie schläft, komplett an die Wand gestellt und klettere immer irgendwo rein. Sieht ganz lustig aus wahrscheinlich. Aber bin ja sportlich.

      Ich lasse sie jetzt manchmal tagsüber in meiner Anwesenheit in ihrem Bettchen spielen, damit sie sich daran gewöhnt, dass es auch ein Ort sein kann, wo einem nichts passiert. An ein paar einzelnen Tagen konnte ich sie dank dessen sogar dann mal umquartieren. Hier gehts wahrscheinlich vor allem drum, Kinder zu nix zu zwingen und ewig rumbrüllen zu lassen.

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    • Pia sagt:

      Hallo Nene,

      Dein Baby wächst und gedeiht. Herzlichen Glückwunsch!

      Und jetzt hast Du das Gefühl alles falsch zu machen, weil Du die Kommentare gelesen hast??? Dabei sagt Dein Baby: Mama, Du machst es richtig! Wer hat denn nun Recht? Dein Baby oder die anderen Leute?

      Natürlich kann auch eine Zeit kommen, wo das Kind die Nähe sucht. Dann ist das halt richtig.

      Probier das am Tag einfach mal aus, wie das ist. Legt Euch zusammen ins Elternbett. Nein, du rollst nicht drauf und nein, es fällt nicht raus. Das ist nur Deine Angst. Also immer der Situation entsprechend.

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  5. Katja sagt:

    Auch wenn es komisch klingt: man muss lernen, sich auf seine Gefühle und seine Instinkte wieder verstärkt zu konzentrieren.

    Wir haben zwei Mädchen (1 Jahr und fast 3 Jahre). Beide schlafen mit uns Eltern zusammen in einem großen Bett im Kinderzimmer ein. Wir haben dann noch ein paar Stunden für uns zusammen, das war uns wichtig. Die Große kommt nachts von ganz alleine zu uns und kuschelt sich zu uns und die Kleine wird geholt, sobald sie nachts quakt. Ich könnte sie niemals schreien lassen und liebe es, wenn wir morgens zu viert wach werden, spielen, kuscheln und beisammen sind. Ich habe gelernt, einfach gelassen auf Fragen zu diesem Thema zu antworten oder manchmal einfach zu sagen (vor allem bei der älteren Generation) „Klar, sie schlafen von Anfang an alleine ein und die ganze Nacht durch“ 😉 Dann ist das Thema vom Tisch. :-)

    Jede Familie muss für sich einen Weg finden, mit dem ALLE, Eltern und Kinder, zufrieden sind. Die Familie muss funktionieren, nicht NUR Eltern oder NUR Kinder.
    Für uns klappts so am besten. Wir haben uns dafür auch ein extra großes Bett zugelegt und noch ein Beistellbett hingestellt, sonst könnten wir auch nicht in Ruhe schlafen.

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  6. andypandy sagt:

    Unsere Kinder nach nebenan ins „eigene“ Bettchen verbannen? Die Idee ist uns im Leben nicht gekommen. Ich habe einfach ein Bettchen in gleicher Höhe wie unser Bett gebaut und es daneben gestellt. So war es für die Mutter ganz einfach, unsere Kinder zu stillen oder einfach nur da zu sein. Alles andere habe ich erledigt, soweit erforderlich, und beide haben friedlich schlafend ihre nächtliche Ruhe gehabt.

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  7. Greifsweib sagt:

    Es tut gut, auf Gleichgesinnte zu treffen. Warum interessiert es das Umfeld nur so brennend, ob das Kind durchschläft? Wichtiger ist doch im Prinzip, ob es gesund ist und wächst, lernt etc.

    Da mein Mann viel arbeitet und den Schlaf nachts dringend braucht, bin ich nach der Geburt ins Kinderzimmer gezogen. Es war die richtige Entscheidung, denn unsere Kleine schlief von Anfang an nicht ohne Mamas Nähe ein und oft auch nicht weiter. Das nächtliche Füttern war es gar nicht, aber sie kam nicht in den Schlaf, nichts außer Nähe hat geholfen. Dazu kamen Bauchschmerzen, die bis heute noch anhalten.

    Mein Instinkt hat gegen alle Ratschläge gesiegt und es war richtig so. Viele Nächte ohne Durchschlafen, viel Druck, der einem Glauben macht, dass man nichts auf die Reihe bekommt, das weinende krampfende Kind und eine erschöpfte Mutter.

    Alles habe ich durchlebt und nun kurz vor ihrem zweiten Geburtstag schlafe ich wieder im Schlafzimmer, die Kleine schläft in ihrem Bett ein, kommt alleine aus ihrem Bett, öffnet die Tür und steht an unserem Bett und dann wird zusammen weiter geschlafen. Sie braucht es einfach und so haben wir alle mehr von der Nacht.

    UND wir wollten das Kind ja nicht, weil wir es dann mit den Bedürfnissen alleine lassen. Ich vertrete die Auffassung, dass unsere Kinder nicht gefragt wurden, sondern wir beschlossen haben, dass sie hier sind. Wir haben als Eltern die Pflicht, auf die jeweiligen Bedürfnisse unserer Kinder einzugehen. Und ganz klar ist auch, dass jedes Kind anders ist und wenn eben viele Kinder mit 1 im eigenen Bett durchschlafen, freue ich mich für die Eltern und akzeptiere, dass es uns anders geht.

    Durchhalten ist die Parole und genießen, denn früh genug sind sie aus dem Haus.

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  8. Anna sagt:

    Und warum gibt es dann Kinder, die mit einem Jahr schon durchschlafen?? Vielleicht weil manche Eltern in der Lage sind, ihrem Kind Liebe, Nähe und vor allem einen strukturierten Alltag mit Ritualen zu geben. Das gibt einem kleinen Menschen Sicherheit und dann braucht er auch nachts keine Suche danach!

    Ein Kind kann sehr wohl aufwachen und von den Eltern in den Arm genommen werden, dann wieder ins Bett gelegt werden und weiterschlafen!

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    • Ausländerin sagt:

      Anna, wieso läuft dann mein Baby schon mit 10 Monaten alleine, aber die Tochter von meiner Kollegin erst mit 18? Etwa weil ich alles bezüglich der motorischen Entwicklung richtig mache und sie nicht? Warum schläft dann mein Baby nur im 1-2 Stunden-Takt und die Kleine von meiner Kollegin schläft seit sie 1 Monat alt ist durch? Weil ich alles falsch mache und sie richtig?

      Jedes Kind entwickelt sich anders, aber wenn es um Schlaf geht, wird es nicht akzeptiert und eher als Fehler der Eltern betrachtet. Beim Laufen- oder Sprechenlernen hingegen weiß jeder, dass alles zwischen 9 und 20 Monaten normal ist…

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      • Nefretidi sagt:

        @Ausländerin AMEN Schwester! Genau so ist es!

        1. Nur weil ich gute Erfahrungen mit dem Familienbett habe, ist das nicht der einzig richtige Weg. Wichtig ist es, Nähe zuzulassen, auf das Baby einzugehen, dem Instinkt zu vertrauen und Bindung aufzubauen. Wie der Weg dahin aussieht, ist von Familie zu Familie, aber auch von Kind zu Kind, unterschiedlich! (Und bitte nicht nur an die eigenen Bedürfnisse denken, denn dein Baby ist abhängig von dir und das wird am Ende die kürzeste Zeit so gewesen sein)

        2. Babys zu trainieren, ist ein NO-GO! Weinen ist ihre Sprache. Unsere Generation sollte lernen, sie wieder zu verstehen und sie nicht am Tag als okay und nachts als störend zu bewerten!

        3. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus und entwickelt sich unterscheidlich, ob nun motorisch, sprachlich oder bei seinem Schlaf- und Bio-Rhythmus. Ist doch bei uns Erwachsenen nicht anders. Ich brauche nur wenig Schlaf, aber ungestörten im Dunkeln. Mein Mann braucht mehr Schlaf und auch gern mal eine Mittagspause, aber wenn er erstmal schläft, weckt ihn so schnell nichts auf oder stört ihn! Ist einer von uns jetzt falsch oder richtig erzogen und trainiert? Oder sind Menschen einfach anders? Warum gestehen wir Babys nicht das gleiche Recht zu?

        4. Die Angst vor dem Verwöhnen ist unbegründet, wenn es um die Grundbedürfnisse von Säuglingen und Kleinkindern geht! Wir essen doch auch wenn wir Hunger haben, trinken wenn wir durstig sind und stehen nachts auf, falls wir mal pinkeln müssen! Warum ist ein Baby gleich kaputt oder verwöhnt, wenn es nachts aufwacht? (Wo z.B. gerade bei Stillbabys erwiesen wurde, dass Muttermilch nicht so lange sättigt wie Formula, da die Folgemilch ein künstliches und längeres, quasi unnatürliches Sättigungsgefühl erzeugt. Was jetzt nicht heißen soll, dass ich gegen Formula bin! Ich halte es sogar für einen riesigen Fortschritt, dass wir heute gutes Formula haben!) Und ich rede nicht davon, dass dein Kind immer weiß, was das beste ist, im Sinne von es trinkt aber nun mal so gerne Softdrinks oder isst halt nur Kartoffeln und kein Gemüse… Und man meint, dann darauf eingehen zu müssen. Denn eine ausgewogene Ernährung, unbegrenzter Zugang zu Trinken und ein persönlicher Schlafrhythmus sollte das Grundrecht eines jeden Menschen sein. Ob nun Baby, Kleinkind oder Erwachsener… Traurig, dass es, wenn auch aus verschiedenen Gründen, leider nicht weltweit der Fall ist.

        Geht es nicht bei gesundem Bindungsaufbau genau darum, dem Kind starke Wurzeln zu geben, aber auch Flügel zu schenken? Also am Anfang zu helfen durch Nähe, Zeit und Zuneigung, durch ein Eingehen auf seine Bedürfnisse ein gesundes Fundament zu bauen? Dem Kind Vertrauen zu schenken und es zu stärken, damit es später lernt selbstsicher und selbständig zu sein und lernt mit Verletzungen und Schmerz umzugehen, um später in unserer, leider nicht perfekten und teilweise auch harten, Welt nicht zu zerbrechen sondern zu reifen und zu wachsen?

        Ich hoffe, dass ich meine Kinder, in der kurzen Zeit in der sie mir geborgt und anvertraut sind, durch Nähe & Liebe, durch Eingehen auf ihre persönlichen individuellen Bedürfnisse, langsames Reinwachsen in ihre Fähigkeit zur Selbständigkeit, durch das Zulassen von Fehlern und Konsequenz in meinem Vorbild zu beziehungsfähigen Menschen zu werden. Ich wünsche mir, dass meine Kinder freie, eigenverantwortliche und starke Menschen werden. Und ich werde versuchen, sie fliegen zu lassen, wenn sie dazu bereit sind! Und nicht mein Bedürfnis nach ihrer Nähe wichtiger zu nehmen als ihres auf Eigenständigkeit. (Genau so wenig aber auch meine Bedürfnisse nach z.B. Schlaf über ihres zu stellen) Sodass sie Stück für Stück loslassen können um ihren Weg zu gehen und ihr Leben zu leben!

        Und ja, natürlich ist das ein Balanceakt, aber ist es nicht das, was das Leben mit ihnen so spannend macht :)!?

        Und ja, das war ein langer Text und vielleicht hat das für den einen oder anderen nichts mit „Babytraining oder nicht“ zu tun! Und vor allem nicht mit durchschlafen. Aber für mich ist es ganz klar eine Grundsatzfrage und diese entscheidet über alles.

        Diese lautet:

        Gestehe ich meinem Kind seinen eignen Rhythmus in seiner Entwicklung zu, ja oder nein? Und wenn, bin ich bereit dafür eine Zeit lang meinen Rhythmus ihrem anzupassen um ihnen zu helfen, ihre Fähigkeiten und die Welt zu entdecken, oder nicht? Sehe ich mein Kind und nicht die andern? Und lasse ich es zu, dass es seine Grundbedürfnisse lernt selber zu befriedigen? Wenn es soweit ist und zwar so, wie es mein Kind braucht und nicht wie andere meinen, dass es sein muss!?

        Jedes Kind ist anders! Jeder Mensch ist anders! Jede Entwicklung ist anders! Da gibt es kein richtig oder falsch! Hört auf mit diesen Gesetzlichkeiten und fangt an zu leben!

        Fazit: Also ob nun im Beistellbett, bei Mama im Arm, ein Elternteil im Kinderzimmer oder alleine (sobald das Kind bereit dazu ist), zu welcher Zeit das Kind bereit ist allein zu schlafen oder ab wann es durchschlafen kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab und ist eine Frage der persönlichen Entwicklung! Ich hoffe, wir lernen wieder so mit unseren Kindern zu kommunizieren, dass wir es wahrnehmen und sie bei diesen Schritten unterstützen und begleiten können! Ohne in Extreme zu verfallen, ob nun zu klammern oder abzustoßen!

        Balance your life!
        Without Wax

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  9. Pia sagt:

    Hallo Anna,

    ein Kind kann, ein anderes Kind eben nicht! Macht Euch doch keine Probleme, wo keine sind. Hört auf Euren Instinkt. Hört auf Eure Kinder!

    Ich habe zwei Jungs, inzwischen 11 und 13 Jahre alt. Der Große wurde als Baby nachts in meinem Bett gestillt und schlief anschließend selig neben mir ein, obwohl das Kinderbett direkt neben meinem Bett stand. Der Jüngere wurde nachts in meinem Bett gestillt und wuselte anschließend so lange rum, bis er wieder in sein Bett kam, sich dort einkuschelte und selig schlief. Später kamen sie in ein gemeinsames Zimmer. Der Große konnte lange nur in meinem Bett einschlafen. Mein Mann trug ihn vor dem Zubettgehen dann wieder in sein Bett. Am nächsten Morgen war er dann wieder da. „Mama, warum trägt Papa mich immer rüber? Dann muss ich immer wieder aufstehen und zu Euch kommen!“ Dann bekamen sie beide eigene Zimmer. Ganz lange wurde abwechselnd zu zweit mal in dem einen, dann in dem anderen Zimmer geschlafen. Gerne auch auf dem Boden. Inzwischen schläft jeder in seinem Zimmer in seinem eigenen Bett. Also, geht doch!

    Ein Kind kann, ein anderes nicht. Hört auf Eure Kinder, nehmt sie ernst.

    Ach noch was. Vielleicht hinkt der Vergleich, aber hat jemand von Euch Angst vor Spinnen? Die tun nix. Beim nächsten Mal nehmt sie einfach in die Hand und bringt sie raus. Ist ganz einfach. Kann jeder. Vor allem wenn er älter als 1 Jahr ist!

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  10. Maren sagt:

    Der Artikel bestätigt absolut alles, was mir mein Instinkt sagt und was ich demnach tue. Mein Sohn ist 7 Monate alt und hat mit 2 Monaten mal 6 Stunden am Stück geschlafen. Seit er 3 Monate alt ist, wird er alle 45 Minuten bis 3 Stunden wach. Und egal, ob grad eine schlechte Phase ist, wo er 8 mal die Nacht wach wird oder eine gute Woche, wo er 4 mal wach wird, ich bin bei ihm und helfe ihm so gut es geht durch Kontakt wieder einzuschlafen und sich zu beruhigen. Es ist für mich völlig logisch, dass sich ein Kind, wie in dem Artikel beschrieben ja aus u.a. evolutionsbiologischen Gründen, so scheinbar unlogisch verhält.

    Und Jenny: das Bedürfnis eines Kindes nach Nähe zu stillen, heißt keineswegs, das Kind zu verwöhnen oder zu Unrecht in den Lebensmittelpunkt zu stellen. Wenn es darum geht, (älteren) Kindern zu viel Entscheidungsfreiheit zu lassen, sie somit zu überfordern, keine Grenzen aufzuzeigen, dann gebe ich dir Recht. Aber bei Babys und dem Thema Schlafen, ist dies absolut nicht der Fall. Im Gegenteil: ein Kind, das bereit ist, im eigenen Bettchen oder Zimmer zu schlafen, wird nicht dagegen ankämpfen. Und nach meinem Gefühl sind heute ganz sicher nicht mehr Menschen gestört, aggressiv o.ä. als früher, wo durch Strafen erzogen und Bedürfnisse ignoriert oder unterdrückt wurden (und das nicht nur bei Kindern!). Höchstens wurde der Frust damals anders, nicht so offen, rausgelassen bzw. daraus evtl. resultierende Aggressionen im Erwachsenenalter viel eher geduldet.

    Nein, ich bin ganz der Meinung meiner Vorredner: Hört auf euren Instinkt und eure Kinder. Das eine schläft schnell problemlos, das andere braucht mehrere Jahre. Das natürliche „Mitlaufen“ beinhaltet ja genau das: das Kind immer in der Nähe haben, ohne viel Aufhebens darum zu machen bzw. ohne dass diese Nähe was außergewöhnliches wäre; die Nähe zwischen Eltern und Kindern ist das natürlichste der Welt!

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  11. Patricia sagt:

    Schöner Text! Und ihr sprecht mir aus der Seele! Mein Kleiner darf solange bei mir schlafen bis es einen von uns stört. Mein Mann stört es zwar jetzt schon, aber das kommt hauptsächlich durch den Einfluss von anderen. Leute, die es besser wissen… Er muss doch durchschlafen können… Lass ihn schreien, ist wichtig! NEIN! Ist es nicht, ein Kind kann man mit Liebe nicht verwöhnen!! Oder dürfen die Partner nachts um 4 auch nicht mehr schmusen??!!

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  12. Grete sagt:

    Meine Tochter hatte ihr Bett bei mir im Schlafzimmer. Nach der Entbindung hatte ich eine Hebamme, die die Nachsorge übernommen hat. Sie hat mir geraten, die Kleine zum Stillen in der Nacht aus ihrem Bett zu nehmen und ohne viel Hektik zu machen bei mir im Bett liegend zu stillen. Sie riet mir: Schnell anfangen mit dem Stillen (also Baby nicht ewig schreien lassen), kein bzw. wenig Licht, Windel wechseln nur wenn es absolut sein muss und ansonsten sich einfach ruhig verhalten.

    Genau so hab ich es dann gemacht. Wenn ich sie zu mir geholt habe, lag sie erst links von mir, wenn sie da fertig getrunken hatte, einmal drehen und dann weiterstillen. So gab es eigentlich so gut wie nie Probleme mit der Nachtruhe, wenn sie trotzdem geweint hat, dann hatte sie auch was. (Nach 6 Wochen konnte ich bereits wieder von 22 Uhr – 6 Uhr durchschlafen.)

    Ich hatte damals nur ein Einzelbett, trotzdem halte ich es für absolut ausgeschlossen, dass man sich in der Nacht auf das Kind legt. Irgendwie bekommt man unterbewusst mit, was da neben einem passiert und wacht auch sehr schnell auf, wenn etwas nicht stimmt.

    Ich hatte sie selten die ganze Nacht bei mir im Bett, aber genau so selten hat sie als Baby die ganze Nacht in ihrem Bett verbracht. Es war immer so, einschlafen in ihrem Bett (wobei ich bei ihr blieb und das Bett bis zum 2. Lebensjahr bei mir im Zimmer war) und wenn sie aufgewacht ist, weiterschlafen bei mir. Irgendwann so zwischen 3 und 4 haben die nächtlichen Besuche dann von allein aufgehört.

    Wahrscheinlich hatte ich auch Glück mit meiner Tochter, da es wohl alles andere als gewöhnlich ist, dass Kinder mit 6 Wochen nachts schon 8 Stunden ohne Stillen auskommen, aber ich würde jedem raten, einfach ungezwungen an die Sache ranzugehen. Denn wenn man selbst zur Nachtruhe kommt, das Baby zur Nachtruhe kommt und man dann entspannt in den neuen Tag starten kann, warum sollte man sich dann Nacht für Nacht um die Ohren schlagen, nur damit das Kind im eigenen Bett bleibt? Ich kann darin keinen Vorteil erkennen.

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  13. Greg sagt:

    Was Grete schreibt, beruhigt mich jetzt etwas: Unserer ist knapp acht Wochen alt, schläft im Babybay bei uns im Schlafsack und seit etwa zwei Wochen isst er abends zwischen 21 und 22 Uhr, braucht dann etwa eine Stunde zum Einschlafen, wacht dann aber erst zwischen 5.30 und 6.30 Uhr auf. Wir hatten uns schon Gedanken gemacht, ob das vielleicht unnatürlich ist, aber scheinbar gibt es ja solche Kinder. Und wer weiß: Hab hier auch gelesen, dass sich das mit zunehmenden Alter auch wieder ändert, kann in ein paar Monaten ja offensichtlich wieder anders sein… Ich nehm das jetzt einfach mal als positive Phase so hin…

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  14. Bea sagt:

    Find ich unglaublich gemein… Selber will man mit dem Partner im Bett liegen und kuscheln und ein kleines hilfloses Wesen, das es gewohnt war ganz eng an Mamis Bauch zu liegen, wird allein in ein dunkles großes Zimmer verbannt, in dem es sich nicht wohlfühlt… Und allein ist logischerweise auch nicht gut!!

    Meine schläft in ihrem Bett neben unserem (von Anfang an – weil Wasserbett zu gefährlich ist). Wenn sie unruhig schläft oder mich braucht, geh ich mit ihr ins Gästezimmer und schlaf dort mit ihr!!

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  15. Melanie sagt:

    Ja, es geht vorwiegend darum, die Grundbedürfnisse eines Kindes zu stillen, aber ich glaube einige hier vergessen, dass sie selbst auch noch Grundbedürfnisse haben: eine Partnerschaft… Wenn ich hier lese, dass noch 10-Jährige regelmäßig im Bett mitschlafen, muss ich mich schon wundern. Das Kind muss lernen, dass Mama und Papa auch eigenständige Menschen sind, die mal Zeit für sich alleine wollen.

    Ich bin Erzieherin und muss immer wieder sehen, dass Eltern ihre eigenen Bedürfnisse total vergessen und wahnsinnig pädagogisch sein wollen, dies aber eigentlich nicht sind. Man muss Schreien und Schreien unterscheiden. Wann ist es Schreien aufgrund eines Grundbedürfnisses und wann, weil das Kind einfach nur seinen Kopf durchsetzen will. Kinder brauchen auch klar erkennbare Grenzen.

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  16. Marco sagt:

    Unser Baby hat die erste Woche auch mit dem Babybett im Elternzimmer geschlafen und ist jedesmal aufgewacht, wenn wir uns im Bett nur umgedreht haben. So wurde er alle paar Minuten wach. Also haben wir den Test gemacht und in seinem eigenen Zimmer schlief er sofort besser, das hätten wir nie gedacht. Ab da an gab es schon weniger Probleme mit dem Schlafen! Allerdings würde ich das auch nur wieder machen, wenn das Baby damit keine Probleme hat bzw. es auch so will.

    Durchschlafen wollte er allerdings die ersten 10 Monate nicht. Wir haben alles versucht, was ihn stören könnte… Da kann man nichts machen und sollte es auch nicht mit „Schreien lassen“ erzwingen, was eh dauerhaft nichts bringt. Das ist eine Entwicklungsstufe, die man nicht „erzwingen“ kann. Das kommt von ganz allein wie im Artikel steht!

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  17. Sabine sagt:

    Schöner Text, zumeist gute Kommentare. Leider hab ich das Problem, dass mein Sohn (17 Monate) immernoch alle 2 Stunden wach wird. Ich bin so müde. Klar, er bekommt die Brust und schläft bei mir, aber wach wird er trotzdem. Mein Körper sagt mir zur Zeit nur noch: Ich will mal wieder schlafen :(

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    • Nefretidi sagt:

      Hast du die Möglichkeit abzupumpen und dein Partner füttert mal zwei Schichten in der Nacht? Selbst wenn du dann quasi etwas mitbekommst, ist es doch etwas anderes als selber zu stillen.

      Oder wenn das nicht geht oder es daran nicht liegt: Was gibst du denn zum Abendbrot? Bei Katharina hat es bei uns immer geholfen, wenn sie abends eine Mahlzeit bekommen hat und dann vorm Einschlafen noch mal eine Stillmahlzeit, so haben wir dann wenigstens mal vier Stunden rausgeholt!

      So ist es bei meinem Kleinen (10 Monate) übrigens auch, an mehr als vier Stunden am Stück ist bei ihm nicht zu denken, aber ich habe gemerkt, dass ich mich mit vieren um einiges besser fühle als mit zwei. Außerdem versuche ich, mich ab und an auch mal mit ihm mittags hinzulegen. Selbst wenn ich dann nicht schlafe oder lese oder anders entspanne, gibt mir das schon viel mehr Energie als ohne!

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  18. Clionina sagt:

    An alle Gegner dieses Artikels: Wo in der Natur schläft der Nachwuchs alleine? Und: Woher soll ein Baby wissen, dass es sicher ist?!? Ihr wisst, dass ihr eure Haustür abgeschlossen habt, Babys wissen nicht einmal, was das ist. Ich würde euch in einen tiefen Wald stecken, allein, und dann gute Nacht wünschen! Mal sehen, wie gut ihr schlaft…

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