Flyer zur kulturellen Bildung bei Kindern

Kinder gezielt fördern? © Christoph Brammertz under cc

Derzeit häufen sich Artikel in den Medien, welche sich eher gegen eine gezielte Frühförderung von Kindern aussprechen und dafür stehen, ganz ohne Druck den Kindern einen eigenen Raum zur Entfaltung zu geben. Diese Artikel nehmen oft darauf Bezug, dass ehrgeizige Eltern ihre Kinder bereits in jungen Jahren für Sprachkurse, Musikunterricht u.ä. anmelden, da sie sich durch diese Frühförderung bessere Chancen für deren späteres Leben erhoffen.

Hintergrund ist die Annahme der Eltern, dass das kindliche Gehirn bekanntermaßen Informationen nahezu aufsaugt und Kindern lernen leichter fällt als im Jugend- und Erwachsenenalter. Und tatsächlich sprechen viele Artikel bezugnehmend auf Langzeitstudien dafür, dass die Frühförderung von Kindern einen erfolgreicheren Werdegang mit sich bringen kann.

Zurück bleiben verunsicherte Eltern, die nicht wissen, ob und wie stark sie die Interessen des Kindes unterstützen sollen, ohne das hinsichtlich der Frühförderung von Kindern zuviel Druck aufgebaut wird. Dürfen engagierte Eltern etwa die musikalischen Interessen ihres Kindes dahingehend unterstützen, dass sie es zur Musikschule anmelden? Und was ist, wenn das Kind nach drei Wochen Musikunterricht die Lust verliert und stattdessen lieber zeichen möchte? Was ist, wenn es dann nach einiger Zeit doch wieder die Musikschule besuchen möchte?

Auch bei der Frühförderung von Kindern kann der goldene Mittelweg empfehlenswert sein.

Frühförderung von Kindern und kreative Langeweile

Zum einen kann Langeweile bei Kindern deren Kreativität fördern wie Jesper Juul, ein dänischer Familientherapeut, betont. Kinder können Ideen für Beschäftigungen entdecken und erkennen, was ihnen Spaß macht. Zeichnet sich ab, dass sie fortwährend Interesse an einer Sache haben, ergeben sich diesbezüglich durchaus Ansatzpunkte zur Frühförderung von Kindern.

Es spricht nichts dagegen z.B. das musikalische Interesse der Kinder zu unterstützen, etwa durch den Kauf eines Instrumentes oder die Teilnahme an Musikkursen. Bei der Auswahl dieser möglichen Ansatzpunkte zur Frühförderung von Kindern sollten Eltern jedoch einige Dinge berücksichtigen.

Kinder mit einbeziehen

Bei der Frühförderung von Kindern sollten diese von Anfang an miteinbezogen werden. Es nützt nichts, dem Kind eine Blockflöte zu schenken, wenn dieses lieber Gitarre spielen möchte. Auf diese Art ist das kindliche Interesse sehr schnell im Keim erstickt. Natürlich muss man nicht sofort ein Klavier kaufen, nur weil das Kind seine Vorliebe für Tasteninstrumente entdeckt hat. Ein einfaches Keyboard tut es zunächst sicher auch. Auch bezüglich der Teilnahme an Kursen sollte das Kind mitentscheiden können.

Weniger Druck und mehr Spaß an der Sache

Vor allem entscheidend ist, dass Kinder spielerisch lernen sollten. Gemeinsam zu musizieren und Melodien zu ersinnen, bringt oftmals mehr als das strikte Einüben von Tonleitern. Auch spielerisch Englisch zu lernen, z.B. dadurch dass man mit der Englisch sprechenden Kindergärtnerin „Mensch ärgere Dich nicht“ spielt, kann in Bezug auf die Frühförderung von Kindern durchaus positiv gesehen werden.

Verlieren Kinder die Lust an einer Sache, können Eltern zunächst die Gründe hinterfragen. Eventuell handelt es sich nur um eine vorübergehende Flaute, welcher durch spielerische Animation und einer kleinen Pause zu erneuter Motivation verholfen werden kann. Es schadet ganz sicher nicht, Kinder auch mal trotz Unlust am Musikkurs teilnehmen zu lassen. Schließlich haben sie sich selbst in Absprache mit den Eltern für diesen Kurs entschieden und Frustrationen zu überwinden gehört eben auch zur Erziehung von Kindern. Hält das Desinteresse allerdings an, sollte dem nachgegeben werden, da Druck hier Fehl am Platze ist und sich auf die Frühförderung von Kindern eher kontraproduktiv auswirkt.

Letztendlich sollten sich Eltern aber bezüglich der Frühförderung von Kindern nicht allzu sehr Gedanken machen. Interessen spielerisch zu fördern, ist sicher nicht verkehrt, solange dies in Maßen geschieht. Kinder sollten aber auch öfter ihrer Langeweile überlassen werden, um sich selbst und ihre Interessen zu entdecken. Der goldene Mittelweg ist also entscheidend.

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