In dem Buch Schizophrenie ist scheiße, Mama! beschreibt Janine Berg-Peer ihr Leben mit einem an Schizophrenie erkrankten Kind.
Ein Anruf aus Lenas Internat ändert für die Mutter alles. Lena habe Drogen genommen, würde sich merkwürdig verhalten und müsse umgehend aus dem Krankenflügel des Internats abgeholt werden. Frau Berg-Peer macht sich auf nach England, um ihre Tochter nach Hause zu holen. Diese kichert, ist häufig abwesend und erzählt, dass andere Schüler sie angeschrien hätten. Doch es zeigt sich, dass im Krankenflügel des Internats keine anderen Schüler gewesen sind.

Auf berührende und ehrliche Weise beschreibt Janine Berg-Peer, welchen Werdegang ihre Tochter genommen hat. Sie schildert die Ängste, das schlechte Gewissen und die Sorge, als sie ihre Tochter in die Psychiatrie gibt und geht dabei auch mit dem Verhalten mancher Ärzte zur damaligen Zeit (90-er Jahre) hart ins Gericht. Diese Mutter wirft Fragen auf in Bezug auf ihr eigenes Leben: Inwiefern hat ihre eigene Karriere und die wenige Zeit für Lena mit der Erkrankung zu tun? War sie selbst zu beschäftigt gewesen, um zu registrieren, dass Lena mit ihren Freunden Haschisch geraucht hat? Hat eine Gesichtslähmung in Lenas Kleinkindalter mit der Schizophrenie einer Heranwachsenden zu tun? Und inwiefern haben ihre eigene Karriereorientierung und der Wunsch nach einer heilen Welt Druck bei Lena aufgebaut?

Frau Berg-Peer spricht über ihre Gedanken. Die Situationen in der Psychiatrie – das bedingungslose Ausgeliefertsein – lassen den Atem stocken. Die eingängige Schreibweise macht es dem Leser leicht, nachzuempfinden, was die Autorin gefühlt haben muss, als sie entscheiden musste: zwischen der Notwendigkeit, den Ärzten zu vertrauen, und der Tatsache, ihre Tochter in einer nicht immer fürsorglichen Umgebung zu wähnen.

Sprache: deutsch

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