Wie wird man erfolgreich? „Indem man nicht fragt, sondern einfach macht!“, lautet die Antwort von Christian G., der sich bereits in seiner Jugend vornahm, im Alter von dreißig Jahren Millionär zu sein.
Und er hat es geschafft. Soviel kann vorweggenommen werden. Aber wie wird man erfolgreich? Was ist das Geheimnis des Erfolgs? Ein Gespräch mit jemandem, der es wissen muss – der aber auch nur eine von zahlreichen Ansichten vertritt, wie er selbst sagt. Das bringt uns zum ersten Punkt auf einem möglichen Weg dahin, wie man erfolgreich wird: Sachlichkeit. Einer der Gründe, warum Christian G. weder den Namen seines Unternehmens noch seinen eigenen vollständig preisgeben möchte. Denn bekannt werden, ist genau das, was er nicht will.

Wie wird man erfolgreich? Ein Interview

Seine große Erscheinung in dem teuren Anzug wirkt einschüchternd. Demgegenüber stehen seine ersten Worte bei der Begrüßung: Sie vermitteln Bodenständigkeit und Herzlichkeit. Interview mit einem vierzigjährigen Millionär über sein persönliches Geheimnis zum Erfolg. Seine Tipps:

1. Konzentriere dich auf das Wesentliche.

Oftmals gibt es so viele Dinge, die einem am Arbeiten hindern. Man beginnt zu träumen, was man sich nicht alles von diesem Geld leisten könnte. Welche Autos, welche Grundstücke und so weiter. Ich sage nicht, dass man diesen Träumen keinen Raum geben darf. Im Gegenteil: Sie helfen einem dabei, motiviert zu bleiben. Nehmen sie allerdings Überhand, hindern sie einen genau daran: Nämlich, seinen Traum umzusetzen. Ähnlich verhält es sich mit Selbstzweifeln, Ängsten, Kritiken oder ähnlichem. Sie haben ihre Berechtigung, keine Frage. Man sollte ihnen zuhören. Aber nicht zu viel Raum schenken. Schenke ihnen einen Moment Gehör und dann setze alles daran, diese in Veränderungen umzumünzen. Mache dich wieder an deine Arbeit, unabhängig davon, ob du Lust dazu hast oder nicht.

2. Verarbeite Rückschläge auf die richtige Art.

Bei mir läuft auch nicht immer alles glatt. Beileibe nicht. Auf meinem Weg hatte ich viel einzustecken: herbe finanzielle Rückschläge, hohe Mitarbeiterfluktuation, schlechte Quartalszahlen, was weiß ich noch alles. Und ich kann auch nicht behaupten, dass mich diese Rückschläge nicht getroffen hätten. Im Gegenteil: Manches Mal haben sie mich richtig heruntergezogen. Besonders am Anfang war ich psychisch am Boden, wenn etwas nicht so glatt lief. Auch weil das finanzielle Polster am Anfang noch nicht so groß ist. Interessant dabei ist aber, dass man mit der Vielzahl der Rückschläge lernt, besser damit umzugehen. Negatives Feedback lässt mich bis heute nicht unberührt. Ich glaube, das ist auch gut so. Nur Dinge, die einen innerlich berühren und die verarbeitet werden müssen, bringen einen weiter. Die Kritik, die roten Zahlen in der Bilanz oder was auch immer schmerzen, aber daraus muss am nächsten Tag eine Frage resultieren: Wie kann ich es besser machen? Welche Ratschläge kann ich daraus ziehen? In gewisser Weise muss man sich gegenüber negativem Feedback abhärten, aber nicht so stark dass es einen unberührt lässt. Das Kritik einen weiterbringt, ist also keine Floskel.

3. „Finde dich selbst großartig.“

Model auf Laufsteg mit Kostüm.

Teure Kleidung bringt einen maximal durch die Tür eines Nobelhotels. © fervent-adepte-de-la-mode under cc

Diesen Punkt bitte ich, nicht allzu ernst zu nehmen. Man muss auf gesunde Art von sich überzeugt sein, bei dem, was man macht. Sich aber dennoch im Klaren darüber sein, dass letztendlich nur Fleiß einem weiterhilft. Ein schicker Anzug mag einen durch die Eingangstür eines Nobelhotels bringen. Aber er schafft noch lange nicht, dass man dort fähig ist, mehrere Nächte zu verweilen. Das schafft nur der eigenen Hände Arbeit. Rund um die Uhr, mehrere Jahre. Darüber muss man sich im Klaren sein. Sonst wird man im Businessbereich nicht lange überleben können. Bei einem gesunden Selbstbewusstsein sollte man es allerdings auch belassen. Ansonsten sollte sich die Welt nicht um einen selbst drehen. Im Gegenteil: Offenheit und Interesse an anderen, ehrliches Interesse, kein aufgesetztes. Was kann ich von dem anderen lernen? Das ist es, was zählt.

4. Lerne, Abstand zu gewinnen.

Das ist etwas, was mir besonders schwerfällt. Ich checke vor dem Frühstück noch schnell meine Mails, obwohl ich genauso gut noch mit meiner kleinen Tochter toben könnte, ehe sie in den Kindergarten geht. Ich nehme mir das immer wieder vor. Aber dann wartet man vielleicht gerade auf die Rückmeldung eines Auftraggebers, zusätzlich noch auf die Präsentation eines Mitarbeiters. Die Arbeit hört nie auf. Darüber muss man sich im Klaren sein. Also: Verschaffe dir Pausen. Egal, wie schwer es fällt, nimm zu bestimmten Zeiten Abstand zu deiner Arbeit. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diesen Ratschlag wirklich erteilen sollte, da ich ihn selbst oft nicht befolge. Es gelingt mir allerdings immer öfter, seit meine Tochter auf der Welt ist. Kinder fordern die Zeit mit ihren Eltern ein. Und dann muss man eben einfach nur Vater sein. Meine Tochter interessiert es nicht, ob der Deal mit Tokio noch aussteht. Für sie zählt nur, wie gut ich ihr kleines Spielzeugtor mit dem Fußball treffe.

5. Bleib auf dem Laufenden.

Wenn du wirklich da oben mitmachen willst, ein Stück vom Kuchen haben willst, dann musst du rund um die Uhr auf dem Laufenden bleiben. Das kostet viel Aufwand. Und dieser Aufwand wird lange Zeit nicht entlohnt. Denn der Weg zum Erfolg ist lang. Sehr lang. Man muss wissen, was politisch in der Welt los ist, wie die Gesellschaft gerade tickt. Was ist derzeit angesagt? Auf welchen Social-Media-Seiten ist meine Zielgruppe gerade unterwegs? Ist das überhaupt noch meine Zielgruppe? All diese Dinge. Ohren und Augen müssen immer offen bleiben. Genau deswegen ist es auch so schwer, mal abzuschalten.

6. Hab Geduld.

Ziffernblatt einer Uhr

Wie wird man erfolgreich? Dazu braucht es neben Fleiß auch Geduld. © frankieleon under cc

Das Gemeine daran ist ja, dass man nicht vorher weiß, ob der eigene Weg von Erfolg gekrönt sein wird. Man rackert sich ab, hier noch ein paar Rückschläge und man hat das Gefühl, nicht voranzukommen. Von Vorteil dabei ist: Je mehr man bereits investiert hat, desto weniger ist man bereit, alles plötzlich hinzuwerfen. Es gibt also nur noch den einen Weg: nämlich den nach vorn. Relativ schnell hat man keine andere Wahl mehr.

7. Investiere in dich selbst.

Und das meine ich auf mehreren Ebenen. Recht früh habe ich gelernt, dass wenn ich viel von meinem Körper verlange, ich ihm auch diese Energie geben muss. Andernfalls macht sich das sofort in der Leistungsfähigkeit bemerkbar. Vor allem, je älter man wird. Mein Leben mag für andere recht langweilig erscheinen. Auch als ich noch kein Kind hatte, bin ich abends zwischen zehn und halb elf ins Bett gegangen. Ich esse gesund, fahre Fahrrad und trinke keinen Alkohol. Vor allem das gesunde Essen war früher ein Problem. Jetzt, mit Geld, ist es das nicht mehr. Aber früher. Trotz harter Arbeit sich dazu zu zwingen, sich etwas Gesundes zuzubereiten, einkaufen zu gehen, zu kochen etc. Vor zehn Jahren war das viel schwieriger als heute. Wenn ich heute durch den Prenz’l Berg gehe, scheint es an jeder Ecke gesundes Essen zu geben, was nicht allzu viel kostet.

Die Selbstinvestition bezieht sich allerdings nicht nur auf den Körper. Auch auf die eigene Arbeitskraft. Manche Dinge kann man eben einfach nicht alleine machen. Die muss man extern einkaufen. Und je weniger Geld man zur Verfügung hat, desto sorgsamer muss man bei der Auswahl des „Zulieferers“ sein. Man muss Geheimtipps finden. Auf die heutige Zeit gemünzt, wäre das zum Beispiel: Wer kann eine gute Webseite erstellen, die was hermacht, verlangt aber dafür nicht allzu viel Geld. Ich meine damit nicht, andere auszubeuten. Wir zahlen bei uns sehr faire Löhne. Aber wenn man eben noch nicht soviel Geld zur Verfügung hat, muss man kreativ werden, andere Deals ausmachen. Denn es darf eben nicht danach aussehen, dass das Geld an allen Ecken und Enden fehlt. Es muss hochwertig wirken.
Das habe ich recht früh erkannt. Viele Jahre habe ich auf Sparflamme leben müssen. Nicht, dass ich nicht schon Geld gehabt hätte. Aber bevor ich mir selbst etwas gegönnt habe, habe ich einen Teil der Rücklagen wieder in die Firma investiert. Wichtig dabei ist aber, nur so viel zu investieren, dass die Existenz der Firma nicht gefährdet ist.

Dieser Punkt ist relativ umfangreich. Und ich bin sicher, auch nicht alles erwähnt zu haben. Was mir aber noch wichtig ist, zu erwähnen: Investiere in deine Planung! Je mehr du vorher planst, desto weniger kann schief laufen. Das fällt mir auch manchmal schwer. Vor allem wenn man eine gute Idee hat. Man will sofort lospreschen und muss sich selbst zurückpfeifen. In Ruhe drüber nachdenken. Ein paar Tage drüber schlafen. Den Elan, den man von einer neuen Idee erhält, kann man in die Ausarbeitung dieser Idee investieren. Aber es gilt, mit klarem Verstand Tage später diese Idee noch einmal zu prüfen.

Erfolgreich zu sein, bedeutet eben auch, beständige Arbeit an sich selbst. Man muss mit den Tücken der eigenen Persönlichkeit umgehen können, nur so wird man erfolgreich sein.

Im zweiten Teil unserer Serie, in welcher wir versuchen, dem Geheimnis des Erfolgs auf die Schliche zu kommen, wird der Gegenspieler betrachtet: der Misserfolg.

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