<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?> <rss version="2.0" xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/" xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/" xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/" xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom" xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/" xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/" ><channel><title>Psychologie Online-Magazin psyheu.de</title> <atom:link href="http://www.psyheu.de/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" /><link>http://www.psyheu.de</link> <description>jung, dynamisch, erfrischend</description> <lastBuildDate>Tue, 21 Feb 2012 16:25:34 +0000</lastBuildDate> <language>en</language> <sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod> <sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency> <generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator> <xhtml:meta xmlns:xhtml="http://www.w3.org/1999/xhtml" name="robots" content="noindex" /> <item><title>Freiheit und Determinismus  – Wie frei ist der Mensch? (3)</title><link>http://www.psyheu.de/3958/freiheit-und-determinismus/</link> <comments>http://www.psyheu.de/3958/freiheit-und-determinismus/#comments</comments> <pubDate>Tue, 21 Feb 2012 11:00:44 +0000</pubDate> <dc:creator>Carsten</dc:creator> <category><![CDATA[Featured]]></category> <category><![CDATA[Psyche & Persönlichkeit]]></category> <category><![CDATA[Slider]]></category> <category><![CDATA[Determinismus]]></category> <category><![CDATA[Freiheit]]></category> <category><![CDATA[Kompatibilismus]]></category> <category><![CDATA[Willensfreiheit]]></category> <category><![CDATA[Zufall]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.psyheu.de/?p=3958</guid> <description><![CDATA[<p>Können Freiheit und Determinismus überhaupt zusammenpassen oder sind das unvereinbare Gegensätze, die sich ausschließen? Lesen Sie selbst…</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3958/freiheit-und-determinismus/">Freiheit und Determinismus  – Wie frei ist der Mensch? (3)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/carsten/">Carsten</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Wie schon <a href="http://www.psyheu.de/3854/determinismus-willensfreiheit/" title="Vom Determinismus – Wie frei ist der Mensch? (2)">zuvor</a> angedeutet, gibt es nicht nur die Möglichkeit, dass <strong>Freiheit und Determinismus</strong> sich gegenseitig <em>ausschließen</em>. Der Kompatibilismus ist der Auffassung, dass sich die scheinbaren Gegensätze gar nicht ins Gehege kommen.</p><p>Um das zu verstehen, müssen wir uns folgender Frage zuwenden:</p><h2>Was genau ist eigentlich Willensfreiheit?</h2><p>Wieder eine an sich leichte Frage, die immer schwieriger zu beantworten wird, je näher wir hinschauen. Zunächst würde man sagen: Wenn ich tun und lassen kann, was ich will, bin ich frei. Aber vielleicht <em>will</em> ich ewig leben, in die Vergangenheit reisen und im Lotto gewinnen. Wenn das nicht klappt, kann man dann schon sagen, es könne keine Freiheit geben? Macht Freiheit nur Sinn, wenn ich gegen die Naturgesetze verstoßen kann oder buchstäblich alle meine Wünsche in Erfüllung gehen?</p><p>Ich könnte doch immer noch entscheiden, welches Auto ich kaufe, wer meine Freunde sind und wohin ich in den Urlaub fahren möchte. Wäre das keine Freiheit? Hier muss man die <a href="http://www.philosophieverstaendlich.de/freiheit">Grundidee des Kompatibilismus</a> verstehen.</p><h2>Freiheit <strong>und</strong> Determinismus</h2><p>Der Kompatibilismus schlägt im Grunde ein Gedankenexperiment vor. Es besagt, dass wir nicht genau wissen können, wie groß der Anteil an Zufall in der Welt ist, aber, dass wir so tun können, als sei die Welt zu 100% determiniert. Jedes kleinste Atom, all unsere Gedanken und Handlungen, alles wäre vollkommen vorherbestimmt. Ein kalter Albtraum, auf den ersten Blick.</p><div id="attachment_3963" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/ballorennen-300x169.jpg" alt="startende Ballons" width="300" height="169" class="size-medium wp-image-3963" /><p class="wp-caption-text">Freiheit unter Regeln, gibt's das? &copy; <a href='http://www.flickr.com/photos/battlecreekcvb/5430560157/' rel='nofollow'>Battle Creek CVB</a> under <a href='http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de' rel='nofollow'>cc</a><br /></p></div><p>Wir wissen nicht ob es so ist, aber wir können uns fragen, was denn der Fall ist, wenn es so wäre. Macht der Begriff Freiheit in diesem Korsett überhaupt noch irgendeinen Sinn? Intuitiv verneint man das meistens, aber schauen wir genauer hin.</p><p>Wenn alles determiniert ist, dann ist ja bereits klar, was passiert. Man könnte sagen ja, aber das wäre nur Gott klar. Schon der Supercomputer, oder ein <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Laplacescher_D%C3%A4mon">allwissender Dämon</a>, könnten das nicht mehr berechnen. Wir erst recht nicht. Also sind wir immer auf jenen Ausschnitt der Wirklichkeit angewiesen, der uns zur Verfügung steht &#8211; unser gegenwärtiges Wissen. Auf der Basis dieses Wissens treffen wir Entscheidungen und nur auf dieser Basis können wir Entscheidungen treffen. Gottes Perspektive steht uns nicht zur Verfügung.</p><p>Fragt sich erneut, was Freiheit bedeutet und ob sie in diesem Kontext möglich ist.<br /> <em>Ja</em>, sagen die Kompatibilisten. Freiheit bedeutet hier <em>innehalten</em> und <em>abwägen</em> zu können und <em>zu seiner Wahl begründet zu stehen</em>. Wer Gründe für sein Tun angeben kann, der handelt aus freien Stücken.</p><p>Vielen ist dieser Freiheitsbegriff zu dünn und zu steril. Man hat das Gefühl hier würde etwas fehlen, eine intuitive, spontane Komponente, eben das, was man mit unbeschwerter Freiheit im Alltag verbindet. Wer das empfindet, muss sich fragen lassen, was tatsächlich diesem Freiheitsbegriff fehlt, was dazu kommen muss, um von echter Freiheit zu reden.</p><h2>Erhöhen Willkür und Zufall die Freiheit?</h2><p>Wer Bauch und Herz, also Intuition, bei Entscheidungen mit einbezieht, wer auch schon mal &#8220;pokert&#8221; und einfach sehr spontan ist, wird wissen, dass er das tut und genau das begründen können. Wer bei der Frage ob es ins Kino oder zum Tanzen gehen soll und eine Münze wirft, überlässt bewusst dem &#8220;Zufall&#8221; die Entscheidung, wer intuitiv ist, wird das sein, weil er erfahren hat, dass er der Stimme seiner Intuition vertrauen kann.</p><p>Echte <em>Willkür</em> und echter <em>Zufall vergrößern die Freiheit jedoch nicht</em>. Willkür hieße: Ich liebe Pizza und weiß das auch, bestelle aber Fischsuppe, die ich eklig finde. Ist das Freiheit?</p><p>Wenn ich ein unkontrollierbares nervöses Zucken habe, das mich <em>zufällig</em> heimsucht, bin ich dann <em>besonders frei</em>? Den meisten wäre das eher unangenehm, sie kämen sich beengt vor. Wenn ich spontan alle meine Triebe auslebe, bin ich dann nicht ein Sklave derselben?</p><p>Wer aus dem Bündel von Gesprächen, Eomtionen und Intuitionen, <a href="http://www.psyheu.de/2483/berater-kunde-rat-uebernahme/" title="Erfolgreiche Berater 3: Wann wird ein Rat übernommen?">Ratgeber</a>lektüre, drüber Schlafen, spontanen Impulsen, rationaler Abwägung und Lebenserfahrung am Ende eine Entscheidung trifft, die er begründet vertreten kann, tut das im Sinne des Kompatibilismus, aus freiem Willen. Dann wären <strong>Freiheit und Determinismus</strong> vereint.</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3958/freiheit-und-determinismus/">Freiheit und Determinismus  – Wie frei ist der Mensch? (3)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/carsten/">Carsten</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.psyheu.de/3958/freiheit-und-determinismus/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Keine Angst vor dem Tod</title><link>http://www.psyheu.de/3903/keine-angst-tod/</link> <comments>http://www.psyheu.de/3903/keine-angst-tod/#comments</comments> <pubDate>Thu, 16 Feb 2012 11:00:40 +0000</pubDate> <dc:creator>Juliane</dc:creator> <category><![CDATA[Featured]]></category> <category><![CDATA[Gesundheit & Wohlbefinden]]></category> <category><![CDATA[Slider]]></category> <category><![CDATA[Angst]]></category> <category><![CDATA[Krankheit]]></category> <category><![CDATA[Religion]]></category> <category><![CDATA[Tod]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.psyheu.de/?p=3903</guid> <description><![CDATA[<p>Viele Menschen haben Angst vor dem Tod. Kann man sie durch die richtige Einstellung verringern?</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3903/keine-angst-tod/">Keine Angst vor dem Tod</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/juliane/">Juliane</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Der Tod wird im Regelfall als Entwicklungsaufgabe des Alters gesehen. Aber auch schwerwiegende Erkrankungen, Unfälle u.ä. können ein vorzeitiges Ausscheiden aus dem Leben zur Folge haben. Obwohl der Tod zum Leben dazugehört, fällt es schwer ihn zu akzeptieren und <strong>keine Angst vor dem Tod</strong> zu haben.</p><p>In unserer Gesellschaft der ewigen Jugend und Gesundheit wird Altern und Tod geradezu ausgeklammert und verdrängt. Dies führt zu einer <em>Entfremdung des Todes</em> als Bestandteil des natürlichen Kreislaufes und lässt die Angst vor dem Tod immer größer werden.</p><p>Ist es möglich, die Angst vor dem Tod zu verringern, z.B. weil man religiös ist?</p><h2>Religion und Angst vor dem Tod</h2><p>Die aktuelle Forschung zum Zusammenhang zwischen <strong>Religion</strong> und der Angst vor dem Tod findet interessante Ergebnisse.</p><p>So zeigt eine Langzeitstudie von Wink und Scott (2005), dass ein kurvilinearer Zusammenhang zwischen der Religiosität und der Angst vor dem Tod existiert. Naheliegend ist, dass Personen, welche stark religiös sind und an ein Leben nach dem Tod glauben, den Tod eher weniger fürchten. Aber auch Personen, welche überhaupt nicht religiös sind, haben weniger Angst vor dem Tod. Dagegen fürchten Personen, die sich in Bezug auf die Religion noch uneins sind, den Tod am meisten.</p><div id="attachment_3907" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/angst-tod.jpg" alt="Vorstellung eines ewigen Lebens" width="300" height="169" class="size-full wp-image-3907" /><p class="wp-caption-text">Religiosität gegen die Angst vor dem Tod &copy; <a href='http://www.flickr.com/photos/bebal/3010326958/' rel='nofollow'>Bernd Baltz</a> under <a href='http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de' rel='nofollow'>cc</a></p></div><p>Es scheint also, dass eine klare Einstellung zum Tod von Vorteil ist, um die Angst vor dem Tod zu verringern. Diese Einstellung kann zum einen <em>religiös geprägt</em> sein. Sie kann aber auch eher weltlicher Natur sein. Eine abgeklärte <em>naturwissenschaftliche Sichtweise</em>, dass man Teil eines komplexen Gefüges ist, welches weiterläuft, während man selbst unwiederbringlich aufhört zu existieren, kann die Angst vor dem Tod ebenfalls verringern.</p><p>Je früher diese Weltanschauungen in Bezug auf den Tod gefestigt sind, desto geringer ist die Angst vor dem Tod im späteren Erwachsenenalter, wie die Forscher darüber hinaus zeigen konnten. Es scheint also von Nutzen, sich bereits im <em>jungen bzw. mittleren Erwachsenenalter</em> Gedanken über den Tod zu machen, anstatt diesen zu verdrängen.</p><p>Auch das Erleben schmerzhafter Erfahrungen kann mit der Angst vor dem Tod in Zusammenhang stehen.</p><h2>Krankheit und Angst vor dem Tod</h2><p>Wink und Scott (2005) zeigen in ihrer Studie, dass das Erleben von z.B. <strong>Krankheiten</strong> oder Trauerfällen, die Angst vor dem Tod verringern kann. Womöglich führt die Konfrontation mit Leid und Schmerz dazu, den Tod weniger zu fürchten. Zum einen führt es dazu, dass man sich mit dem Sterben und dem Tod auseinandersetzt. Zum anderen kann der Tod aber auch etwas <em>Tröstendes</em> haben, denn er beendet Schmerz und Erschöpfung.</p><p>Schon früher versuchte man sich gedanklich mit dem Tod auseinanderzusetzen, in dem man sich ihm dem Schlaf ähnlich vorstellte.</p><h2>Der Schlaf als kleiner Bruder des Todes</h2><p>Früher wurde der Schlaf als kleiner Bruder des Todes bezeichnet. Heute weiß man anhand neuropsychologischer Forschungen, dass dies bei weitem nicht so ist und im Schlaf überaus wichtige Hirnprozesse wie z.B. die Gedächtniskonsolidierung ablaufen.</p><p>Dennoch kann es helfen, sich anhand des <em>Schlaferlebnisses</em> den Tod vorzustellen. Wenn man nicht gerade Erinnerungen an Träume hat, erlebt man Schlafphasen nicht bewusst, so als würde man während dieser Zeit nicht existieren. Trotz allem erscheint uns Schlaf als etwas Beruhigendes und wenig Bedrohliches.</p><p>Sich <em>gedanklich mit dem Tod zu befassen</em>, kann letztendlich helfen die Angst vor dem Tod zu verringern. Wichtig scheint, ihn als etwas Natürliches zu begreifen, anstatt ihn zu verdrängen. Zusammen mit einem zufriedenen Leben stünde dann einem friedvollen Abschluss des Lebens nichts mehr im Wege.</p><p><em>Quelle:</em></p><ul><li>Wink, P. &amp; Scott, J. (2005). Does religiousness buffer against the fear of death and dying in late adulthood? Findings from a longitudinal study.<em>The journals of gerontology. Series B, Psychological sciences and social sciences</em>, 60(4), P207-14.</li></ul><p><a href="http://www.psyheu.de/3903/keine-angst-tod/">Keine Angst vor dem Tod</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/juliane/">Juliane</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.psyheu.de/3903/keine-angst-tod/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Das Trauma entspannt angehen – EMDR-Methode bei Traumatisierung</title><link>http://www.psyheu.de/3902/trauma-emdr-entspannung-angst-verdraengung/</link> <comments>http://www.psyheu.de/3902/trauma-emdr-entspannung-angst-verdraengung/#comments</comments> <pubDate>Tue, 14 Feb 2012 13:50:26 +0000</pubDate> <dc:creator>Florian</dc:creator> <category><![CDATA[Featured]]></category> <category><![CDATA[Gesundheit & Wohlbefinden]]></category> <category><![CDATA[Slider]]></category> <category><![CDATA[Angst]]></category> <category><![CDATA[EMDR]]></category> <category><![CDATA[Entspannung]]></category> <category><![CDATA[Posttraumatische Belastungsstörung]]></category> <category><![CDATA[Trauma]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.psyheu.de/?p=3902</guid> <description><![CDATA[<p>Ein Trauma hinterlässt starke seelische Schäden. Das EMDR-Verfahren hilft Betroffenen das Erlebte besser zu verarbeiten.</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3902/trauma-emdr-entspannung-angst-verdraengung/">Das Trauma entspannt angehen – EMDR-Methode bei Traumatisierung</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/florian/">Florian</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Ein erlebtes Trauma ist für die Betroffenen in der Regel mit hohen emotionalen Belastungen verbunden. Opfer gewalttätiger Überfälle, Vergewaltigungen oder schwerer Unfälle empfinden meist starke Ängste. Die EMDR-Methode hilft dabei, die mit dem Trauma verknüpfte Angst zu reduzieren.</p><h2>Wie äußert sich eine Posttraumatische Belastungsstörung?</h2><div id="attachment_3913" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/trauma-verkehrsunfall.jpg" alt="Traumatisches Erlebnis Verkehrsunfall" width="300" height="169" class="size-full wp-image-3913" /><p class="wp-caption-text">Traumatisches Erlebnis Verkehrsunfall &copy; <a href='http://www.flickr.com/photos/jasonized/536773578/' rel='nofollow'>Jason Burwen</a> under <a href='http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de' rel='nofollow'>cc</a></p></div><p>Ein <strong>Trauma</strong> durchlebt zu haben bedeutet sich hilflos und als Opfer einer überwältigenden Macht gefühlt zu haben. Diese Macht kann sowohl ein anderer Mensch sein, der Gewalt ausübt, als auch eine Naturgewalt, die starke Zerstörungen anrichtet. In der Regel hinterlassen solche Erfahrungen Gefühle der <em>Angst</em> und Ohnmächtigkeit (Herman, 2006).</p><p>Ein erlebtes und unverarbeitetes Trauma führt häufig zu Schlafstörungen, Albträumen, erhöhter Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und <a href="http://www.psyheu.de/3823/hypochondrie-biofeedback-somatoforme-stoerungen/" title="Effektive Behandlung von Hypochondrie durch Biofeedback">somatoformen Störungen</a> (Dilling et al., 2006; Saß et al., 2003; Wittchen &amp; Hoyer, 2006).</p><h2>Was passiert nach einem erlebten Trauma?</h2><p>Nach Aussage des <em>Kognitiven Modells der Chronischen Posttraumatischen Belastungsstörung</em> nach Ehlers und Clark (2000) lösen Erinnerungen an das traumatische Ereignis ein Bedrohungsgefühl aus. Die Betroffenen unternehmen daher verschiedene Schritte, um ein erneutes Trauma zu vermeiden.</p><h3>Aktives Vermeidungsverhalten</h3><p>Ein möglicher Schritt liegt im aktiven Vermeidungsverhalten. Menschen gehen hierbei gewissen Situationen oder Aktivitäten die dem Trauma ähneln aus dem Weg. Hierunter fallen auch die Dinge, die Betroffenen früher Freude bereitet haben und jetzt als angstbesetzt wahrgenommen werden (Saß et al, 2003). Jemand der sich früher gerne in Einkaufszentren aufhielt, würde diese Besuche auf das Nötigste reduzieren, wenn er in einem der Geschäfte Opfer eines Raubüberfalls wurde.</p><h3>Sicherheitsverhalten</h3><p>Eine weitere Strategie zur Vermeidung weiterer Risiken besteht in extremen Sicherheitsverhalten. Beispielsweise geht die Person bei Dunkelheit nur noch in Begleitung einer Vertrauensperson aus dem Haus, um sich vor gewaltsamen oder sexuellen Angriffen zu schützen.</p><h3>Kognitive Verdrängung</h3><p>Des Weiteren tritt häufig eine kognitive Verdrängung ein. Dies kann als der Versuch verstanden werden, die Gedanken an das erlebte Trauma zu vermeiden.</p><h3>Trauma bleibt im Gedächtnis</h3><p>Aktives Vermeidungs- sowie extremes Sicherheitsverhalten wirken sich nur kurzfristig angst- und bedrohungsreduzierend aus. Auf Dauer verstärken sie die Angst noch zusätzlich, da die negativen Interpretationen gewisser Sachverhalte nicht verändert werden.</p><p>Durch die Verdrängungsbemühungen sind die Emotionen meist sehr eingeschränkt. Dies äußert sich in Form von Teilnahmslosigkeit und Depression (Wittchen &amp; Hoyer, 2006).</p><h2>Eye Movement Desensitization and Reprocessing Therapie (EMDR)</h2><p>Die Eye Movement Desensitization and Reprocessing Therapie (EMDR), also Desensibilisierung und Wiederverarbeitung durch Augenbewegungen, erleichtert es den Betroffenen sich mit ihrem Trauma auseinanderzusetzen.</p><p>Im Rahmen der EMDR wird der Patient dazu angehalten, die traumatische Situation mit allen Sinnen zu erinnern. Währenddessen bewegt der Therapeut seine Hand horizontal vor den Augen des Patienten und fordert diesen auf, seinen Handbewegungen mit den Augen zu folgen.</p><p>In Studien (Carlson et al., 1998; Wilson, Becker &amp; Tinker, 1997) konnte nachgewiesen werden, dass die Augenbewegungen eine <em>körperliche Entspannung</em> hervorrufen. Dies zeigt sich beispielsweise dadurch, dass die Aktivität des Parasympathikus, also der Aufbau körpereigener Energiereserven ansteigt, während die Herzfrequenz absinkt. Die Kopplung der Erinnerungen an das Trauma mit körperlicher Entspannung sorgt dafür, dass die Erlebnisse weniger angstbesetzt wahrgenommen werden. Dies kann als ein erster wichtiger Schritt in Richtung Verarbeitung angesehen werden.</p><p>Allerdings kann das EMDR-Verfahren eine Psychotherapie nicht ersetzen. Sie hilft aber dabei, sich den negativen Erlebnissen zu stellen und sie anschließend im Rahmen einer therapeutischen Behandlung aufzuarbeiten.</p><h2>Quellenangaben</h2><ul><li>Carlson, J.G., Chemtob, C.M., Rusnak, K., Hedlund, N.L. &amp; Muraoka, M.Y. (1998). Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EDMR) treatment for combat-related posttraumatic stress disorder. <em>Journal of Traumatic Stress, 11,</em> 3-24.</li><li>Dilling, H., Mombour, W., Schmidt, M.H. &amp; Schulte-Markwort, E. (2006). <em>Internationale Klassifikation psychischer Störungen ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien.</em> Bern: Huber.</li><li>Ehlers, A. &amp; Clark, D.M. (2000). A cognitive model of posttraumatic stress disorder. <em>Behaviour Research and Therapy, 38,</em> 319-345.</li><li>Herman, J. (2006). <em>Die Narben der Gewalt. Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden</em> (2., durchges. Aufl.). München: Junfermann.</li><li>Saß, H., Wittchen, H.-U., Zaudig, M. &amp; Houben, I. (2003). <em>Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen &#8211; DSM-IV-TR</em> (4., durchges. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.</li><li>Wilson, S.A., Becker, L.A. &amp; Tinker, R.H. (1997). Fifteen-month follow-up of Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR) treatment for posttraumatic stress disorder and psychological trauma. <em>Journal of Consulting and Clinical Psychology, 65,</em> 1.047-1.056.</li><li>Wittchen, H.-U. &amp; Hoyer, J. (2006). <em>Klinische Psychologie &amp; Psychotherapie.</em> Heidelberg: Springer Medizin Verlag.</li></ul><p><a href="http://www.psyheu.de/3902/trauma-emdr-entspannung-angst-verdraengung/">Das Trauma entspannt angehen – EMDR-Methode bei Traumatisierung</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/florian/">Florian</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.psyheu.de/3902/trauma-emdr-entspannung-angst-verdraengung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Vom Determinismus – Wie frei ist der Mensch? (2)</title><link>http://www.psyheu.de/3854/determinismus-willensfreiheit/</link> <comments>http://www.psyheu.de/3854/determinismus-willensfreiheit/#comments</comments> <pubDate>Wed, 08 Feb 2012 11:00:21 +0000</pubDate> <dc:creator>Carsten</dc:creator> <category><![CDATA[Featured]]></category> <category><![CDATA[Psyche & Persönlichkeit]]></category> <category><![CDATA[Slider]]></category> <category><![CDATA[Determinismus. Willensfreiheit]]></category> <category><![CDATA[festgelegt]]></category> <category><![CDATA[Hirnforscher]]></category> <category><![CDATA[Libertarismus]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.psyheu.de/?p=3854</guid> <description><![CDATA[<p>Determinismus und  Willensfreiheit. Kann das überhaupt zusammen passen? Der Artikel stellt hier vor allem die neurobiologische Sichtweise der Hirnforscher dar.</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3854/determinismus-willensfreiheit/">Vom Determinismus – Wie frei ist der Mensch? (2)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/carsten/">Carsten</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir, <a href="http://www.psyheu.de/3803/willensfreiheit-hirnforschung/" title="Willensfreiheit – Wie frei ist der Mensch?(1)">wie angekündigt</a>, das Bild erheblich korrigieren wollen, ist es an erster Stelle wichtig, zu verstehen, dass es nicht zwei Positionen gibt, die sich unversöhnlich gegenüberstehen, sondern drei:<br /> <strong>Determinismus</strong>, Libertarismus und Kompatibilismus.</p><h2>Die empirischen Daten</h2><p>Determinismist zu sein, bedeutet, die Einstellung zu vertreten, festgelegt zu sein. Das klingt eindeutiger, als es ist und stellt daher eine Quelle von Verwirrung dar. Die Deterministen im Streit um die Willensfreiheit beziehen sich häufig auf neurobiologische Daten, abgeleitet aus bildgebenden Verfahren. Der Hirnforscher Wolf Singer bringt es paradigmatisch auf den Punkt: &#8220;<a href="http://www.liss-kompendium.de/hirnforschung/entscheiden.htm">Verschaltungen legen uns fest.</a>&#8221; Wir können nicht anders, als unser Gehirn es zulässt.</p><div id="attachment_3875" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/verschaltungen1-300x169.jpg" alt="gelbe Kabelstränge" width="300" height="169" class="size-medium wp-image-3875" /><p class="wp-caption-text">Einige Hirnforscher meinen, dass unsere Verschaltungen uns festlegen &copy; <a href='http://www.flickr.com/photos/adrian_s/8271860/' rel='nofollow'>Adrian Sampson</a> under <a href='http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de' rel='nofollow'>cc</a><br /></p></div><p>Auf den ersten Blick ist das plausibel. Wer kann schon anders, als sein zentrales Bewusstseinsorgan es zulässt? Auf den zweiten Blick muss man sich fragen, ob <a href="http://www.psyheu.de/1648/gehirnjogging-fluide-intelligenz/" title="Gehirnjogging – was nützt es wirklich?">unser Gehirn</a> eigentlich der Dreh- und Angelpunkt der Welt ist? Ist die Welt, samt ihrer Bewohner, nur ein Produkt meines Denkens oder gar eine Täuschung? Diese Frage beschäftigte schon den Philosophen René Descartes und rückte das Ich, sein Denken und seine Möglichkeit zu zweifeln ins Zentrum der Welt.</p><p>Das Problem dieses Standpunktes ist ein sich daraus ergebender <em>Dualismus</em> – eine unüberbrückbare Spaltung – zwischen geistiger und materieller Welt. Eine Position, die sich philosophisch als nicht haltbar erwies.</p><p>Diese kritisieren die Hirnforscher auf der einen Seite zu recht, auf der anderen Seite, laufen sie ihr, oft wohl ohne es selbst zu erkennen, ins offene Messer. Ihrem eigenen Anspruch nach möchten sie diesen Graben dadurch überwinden, dass sie allem, was nicht &#8220;empirisch&#8221; ist, mehr oder weniger die Existenz absprechen. Typisch hier, Gerhard Roth: &#8220;Da aus der Dritten-Person-Perspektive eine Entscheidung getroffen wurde und nicht das Ich entschieden hat, kann es nur das Gehirn sein &#8211; ein weiterer &#8220;Akteur&#8221; ist nicht in Sicht!&#8221; (<a href="http://www.amazon.de/Hirnforschung-Willensfreiheit-neuesten-Experimente-suhrkamp/dp/3518123874/ref=sr_1_sc_1?ie=UTF8&amp;qid=1328623757&amp;sr=8-1-spell">vgl. S. 77</a>) Damit ist dem Ich nicht nur der freie Wille entzogen, sondern es wurde so nebenbei auch gleich mit aufgelöst.</p><p>Alles was jetzt noch zählt, ist das Gehirn und die Daten, die man von ihm ermittelt. Und so gelangt man zu einem <strong>Determinismus</strong>, der die Auffassung vertritt, was uns ausmacht seien Hirnfunktionen und am besten über die objektivierende Darstellung dieser zu beschreiben.</p><p>Diese Sichtweise soll hier nur vorgestellt werden, später wird sie kritisiert.</p><h2>Harter oder weicher Determinismus?</h2><p>Doch auch die Gegner eines Determinismus, der besagt, dass unsere Biologie uns festlegt, müssen anerkennen, dass unsere Welt eine geordnete ist, nicht vollkommen willkürlich und zufällig verläuft, sondern gesetzmäßig. So lauten die Spielregeln, auf die man sich in diesem Diskurs geeigenigt hat, dass alles mit rechten Dingen zugeht und die Naturgesetze gelten, keine Zauberei möglich ist. (<a href="http://www.amazon.de/Willensfreiheit-Determinismus-Grundwissen-Geert-Keil/dp/3150203295/ref=sr_1_sc_2?ie=UTF8&amp;qid=1328624194&amp;sr=8-2-spell">vgl. S. 19</a>)</p><div id="attachment_3863" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/mrt-in-aktion-300x262.jpg" alt="Drei Männer und ein Bildschirm" width="300" height="262" class="size-medium wp-image-3863" /><p class="wp-caption-text">Hirnforscher bei der Arbeit am MRT &copy; <a href='http://www.siemens.com/press/pool/de/pp_med/2005/medmr200502_03_300dpi_1245965.jpg' rel='nofollow'>Siemens-Pressebild</a> under <a href='http://www.siemens.com/press/de/pressebilder/'>Presselizenz</a><br /></p></div><p>Dies wird insbesondere in der Auseinandersetzung mit den Kompatibilisten bedeutsam, die gerne, aber falsch, als weiche Deterministen bezeichnet werden. Letztlich ist der Determinismus der Kompatibilisten mindestens so hart, wie der der Neurobiologen, sie kommen nur zu anderen Schlüssen.</p><h2>Libertarier</h2><p>Konträr zu den neurobiologischen Deterministen, behaupten Libertarier, dass wir nicht ganz und gar festgelegt seien. In der scharfen Form behaupten sie sogar, der Mensch sei in der Lage, vollkommen frei und ungehindert von äußeren Einflüssen, seine Entscheidungen zu treffen.</p><p>Doch, wie geht das? Stehen einige Menschen außerhalb der Naturgesetzte? Schwer vorstellbar. Aber auch die sanftere Variante kann nicht befriedigend erklären, inwieweit denn nun ein Zugewinn an Indeterminiertheit, also Willkür oder Zufall, in der Lage sind, die Freiheit zu vergrößern.</p><h2>Inkompatibilismus</h2><p>Den neurobiologischen <strong>Determinismus</strong> und Libertarismus trennt, dass ersterer meint, wir wären voll und ganz <em>determiniert und daher unfrei</em>. Letzterer ist der Auffassung wir seien nicht, zumindest nicht vollständig, determiniert und daraus ergebe sich die Möglichkeit der Willensfreiheit.</p><p>So grundverschieden die Einstellungen auch sind, beide sind eint die Meinung, <em>dass Determinismus und Willensfreiheit unüberbrückbare Gegensätze darstellen</em> &#8211; entweder, oder. Diese Ansicht, dass Willensfreiheit und Determinismus nicht zu vereinbaren seien, nennt man <em>Inkompatibilismus</em>.</p><p>Doch es gibt noch eine weitere, landläufig viel zu wenig beachtete Position, die beiden inkompatibilistischen gegenüber steht: Den <em>Kompatibilismus</em>. Ihm widmen wir uns <a href="http://www.psyheu.de/3958/freiheit-und-determinismus/" title="Freiheit und Determinismus  – Wie frei ist der Mensch? (3)">in der nächsten Folge</a>.</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3854/determinismus-willensfreiheit/">Vom Determinismus – Wie frei ist der Mensch? (2)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/carsten/">Carsten</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.psyheu.de/3854/determinismus-willensfreiheit/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Effektive Behandlung von Hypochondrie durch Biofeedback</title><link>http://www.psyheu.de/3823/hypochondrie-biofeedback-somatoforme-stoerungen/</link> <comments>http://www.psyheu.de/3823/hypochondrie-biofeedback-somatoforme-stoerungen/#comments</comments> <pubDate>Thu, 02 Feb 2012 11:00:22 +0000</pubDate> <dc:creator>Florian</dc:creator> <category><![CDATA[Featured]]></category> <category><![CDATA[Gesundheit & Wohlbefinden]]></category> <category><![CDATA[Slider]]></category> <category><![CDATA[Biofeedback]]></category> <category><![CDATA[Hypochondrie]]></category> <category><![CDATA[Physische Ursachen]]></category> <category><![CDATA[Somatoformen Störungen]]></category> <category><![CDATA[Teufelkreismodell der Angst]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.psyheu.de/?p=3823</guid> <description><![CDATA[<p>Von Hypochondrie betroffene Menschen leben in dem Irrglauben, dass ihre Krankheiten physisch verursacht sind. Ihnen kann mittels des Biofeedbackverfahrens geholfen werden.</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3823/hypochondrie-biofeedback-somatoforme-stoerungen/">Effektive Behandlung von Hypochondrie durch Biofeedback</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/florian/">Florian</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Menschen die unter Hypochondrie leiden, haben meist schon mehrere Ärzte in der Region aufgesucht. Sie sind entgegen der medizinischen Meinung davon überzeugt, dass <em>physische Ursachen</em> für ihr Krankheitsempfinden verantwortlich sind. Biofeedback fördert die Einsicht des Patienten, dass seine Symptome auch psychologisch verursacht sein können.</p><h2>Was versteht man unter Hypochondrie?</h2><div id="attachment_3824" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/kurve-biofeedback.jpg" alt="Messung des Anspannungsgrades" width="300" height="169" class="size-full<br /> wp-image-3824" /><p class="wp-caption-text">Signalkurve zur Messung des Anspannungsgrades beim Biofeedback &copy; <a href='http://www.flickr.com/photos/johanseland/4993504875/in/photostream/' rel='nofollow'>Johan Simon Seland</a> under <a href='http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de' rel='nofollow'>cc</a></p></div><p><strong>Hypochondrie</strong> ist durch die <em>übermäßige Angst</em> eine schwere Krankheit zu haben definiert. Verursacht und aufrechterhalten wird diese Überzeugung durch eine Fehlinterpretation körperlicher Beschwerden (Bleichhardt &amp; Weck, 2010).</p><p>Hypochondrie zählt zu den bekanntesten <em>somatoformen Störungen</em>. Das Diagnoseinstrument ICD-10 (Dilling, Mombour, Schmidt &amp; Markwort, 2006) versteht unter somatoformen Störungen körperliche Beschwerden, die ohne einen nachweisbaren physiologischen Grund auftreten. Die Ursache der Beschwerden ist somit nicht auf Vorgänge in den Zellen, Geweben und Organen zurückführen.</p><h3>Schonverhalten</h3><p>Menschen mit Hypochondrie richten ihre Aufmerksamkeit meist sehr stark auf die Symptome und neigen daher zu körperlichem Schonverhalten. Sie vermeiden also jede Form der körperlichen Anstrengung und lassen sich häufig krankschreiben (Wittchen &amp; Hoyer, 2006).</p><h2>Angst als Ursache von Hypochondrie</h2><p>Die Entstehung und Aufrechterhaltung von Hypochondrie lässt durch das <em>Teufelkreismodell der Angst</em> (Wittchen &amp; Hoyer, 2006) beschreiben. Nach Aussage dieses Modells beginnt der Kreislauf mit der intensiven Wahrnehmung eines körperlichen Symptoms wie Bauchschmerzen. Daraufhin haben Betroffene häufig das Gefühl, dass etwas mit ihnen nicht stimmt. Diese Sorgen verursachen Angst und führen zu einer erhöhten Aktivierung des Körpers. Diese äußert sich in weiteren körperlichen Symptomen, die dann in einem noch stärkeren Maß wahrgenommen werden und die Überzeugung krank zu sein zusätzlich verstärken.</p><h2>Behandlung von Hypochondrie durch Biofeedback</h2><p>Die <em>kognitive Umbewertung</em> mittels Biofeedback hat sich zur Behandlung von Hypochondrie als wirksam erwiesen (Nanke &amp; Rief, 2000).</p><h3>1. Schritt: Aufklärung</h3><p>Zu Beginn der Behandlung wird der Patient über seine fehlerhaften Ursachenzuschreibungen aufgeklärt. Er soll verstehen, dass der Grund seiner körperlichen Symptome nicht physisch sondern psychisch ist.</p><h3>2. Schritt: Provokationstest</h3><p>Anschließend demonstriert der Therapeut das Gesagte mittels Biofeedback. Beispielsweise wird am Finger des Patienten eine Messonde angebracht, die den Hautleitwert und somit den <em>Anspannungsgrad</em> des autonomen Nervensystems <em>misst</em>. Dieser Messwert wird dann auf dem Computerbildschirm eines Kurvendiagramms angezeigt. Dadurch erhält der Patient Rückmeldung über seine momentanen physiologischen Reaktionen.</p><p>Im Rahmen des Provokationstests provoziert der Behandelnde verschiedene psychische Zustände wie Stress, Angst, Erholung oder Entspannung. Durch Betrachtung der Signalkurven kann der Patient jetzt unmittelbar erleben, wie sensibel sein Körper auf gewisse psychische Zustände reagiert. Er erhält somit eine ständige Rückmeldung über seine körperlichen Prozesse und lernt seine Beschwerden auf psychologische Ursachen zurückzuführen.</p><h3>3. Schritt: Therapieziele</h3><p>Anschließend lassen sich Therapieziele ableiten. Ein sinnvolles Therapieziel liegt in der <em>Reduktion der Anspannung</em>, die für die körperlichen Symptome verantwortlich ist. Dies kann zunächst durch Einsatz gewisser <em>Entspannungsverfahren</em> wie autogenem Training, progressiver Muskelentspannung oder Yoga geschehen. Führt dies zu einer Reduktion der Beschwerden, macht der Patient die Erfahrung, dass er eigene körperliche Symptome mit Hilfe seines eigenen Willens positiv beeinflussen kann.</p><h3>4. Schritt: Ursachen</h3><p>Dieses Gefühl der <a href="http://www.psyheu.de/3549/intrinsisch-motivation-sport/" title="Intrinsische Motivation beim Sport – Motivation (2)">Selbstbestimmtheit</a> ermöglicht es ihm, sich für weitere Behandlungsschritte zu öffnen. Im weiteren Verlauf ist es sinnvoll, die Ursachen der Hypochondrie näher zu betrachten. Dies hilft dabei schwierige Situationen besser zu meistern, ohne Beschwerden zu entwickeln.</p><h2>Quellenangaben</h2><ul><li>Bleichhardt, G. &amp; Weck, F. (2010). <em>Kognitive Verhaltenstherapie bei Hypochondrie und Krankheitsangst</em> (2., durchges. Aufl.). Heidelberg: Springer.</li><li>Dilling, H., Mombour, W., Schmidt, M.H. &amp; Schulte-Markwort, E. (2006). <em>Internationale Klassifikation psychischer Störungen ICD-10 Kapitel V (F). Klinisch-diagnostische Leitlinien.</em> Bern: Huber.</li><li>Nanke, A. &amp; Rief, W. (2000). Biofeedback-Therapie bei somatoformen Störungen. <em>Verhaltenstherapie, 10,</em> 238-248.</li><li>Wittchen, H.-U. &amp; Hoyer, J. (2006). <em>Klinische Psychologie &amp; Psychotherapie.</em> Heidelberg: Springer Medizin Verlag.</li></ul><p><a href="http://www.psyheu.de/3823/hypochondrie-biofeedback-somatoforme-stoerungen/">Effektive Behandlung von Hypochondrie durch Biofeedback</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/florian/">Florian</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.psyheu.de/3823/hypochondrie-biofeedback-somatoforme-stoerungen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>1</slash:comments> </item> <item><title>Willensfreiheit &#8211; Wie frei ist der Mensch? (1)</title><link>http://www.psyheu.de/3803/willensfreiheit-hirnforschung/</link> <comments>http://www.psyheu.de/3803/willensfreiheit-hirnforschung/#comments</comments> <pubDate>Tue, 31 Jan 2012 11:00:29 +0000</pubDate> <dc:creator>Carsten</dc:creator> <category><![CDATA[Featured]]></category> <category><![CDATA[Psyche & Persönlichkeit]]></category> <category><![CDATA[Slider]]></category> <category><![CDATA[Determinismus]]></category> <category><![CDATA[Gehirn]]></category> <category><![CDATA[Hirnforschung]]></category> <category><![CDATA[Neurobiologie]]></category> <category><![CDATA[Willensfreiheit]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.psyheu.de/?p=3803</guid> <description><![CDATA[<p>Haben wir einen freien Willen oder ist unser Wollen neurologisch festgelegt? Oder gibt es gar noch eine dritte Möglichkeit?</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3803/willensfreiheit-hirnforschung/">Willensfreiheit &#8211; Wie frei ist der Mensch? (1)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/carsten/">Carsten</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Kurz nach dem Beginn des neuen Jahrtausends beherrschte eine breit und intensiv geführte Debatte, die es in sich hatte und hat, nicht nur die akademische Welt, sondern auch die Gazetten. Die Frage nach der <strong>Willensfreiheit</strong> war das Thema, es rückte durch das plötzliche Interesse an der <a href="http://www.psyheu.de/1648/gehirnjogging-fluide-intelligenz/" title="Gehirnjogging: was nützt es wirklich?">Neurobiologie</a> unvermittelt in den Blickpunkt.</p><p>Wir wollen uns dieser spannenden Diskussion, die bis heute andauert, ausführlich widmen.</p><h2>Der Streit</h2><div id="attachment_3804" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/ueber-den-wolken.jpg" alt="Mann vor Wolken beim Sonnenaufgang" width="300" height="169" class="size-medium wp-image-3804" /><p class="wp-caption-text">Sind wir so frei, wie wir uns fühlen? &copy; <a href='http://www.flickr.com/photos/donabelandewen/470780785/' rel='nofollow'>Ewen Roberts</a> under <a href='http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de' rel='nofollow'>cc</a></p></div><p>Ausgelöst wurde der Streit durch eine Neuinterpretation eines alten Experiments des Physiologen <em>Benjamin Libet</em>. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Libet-Experiment">In diesem Experiment</a> ließ Libet Menschen spontan Entscheidungen treffen, zugleich bat er sie, sich, im Moment ihrer Entscheidung, den Zeigerstand einer speziellen Uhr zu merken. Zur allgemeinen Überraschung zeigte sich, dass das Gehirn der Probanden bereits <em>vor</em> der bewussten Entscheidung Aktivitäten zeigte, die später als neurologisches Korrelat von Entscheidungen interpretiert wurden. So wurde der Schluss gezogen, <em>nicht das Ich entscheide, sondern das Gehirn des Menschen</em>. Und da das Gehirn letztlich nur ein Organ ist, wie Leber oder Milz, unterliegt es biologischen Funktionsmechanismen, die durch die Natur bestimmt und als objektive Abläufe naturwissenschaftlich beschreibbar sind.</p><p>Kurz gesagt, mit der <strong>Willensfreiheit</strong> ist es, aus dieser Sicht, nicht weit her. Die Idee, der Mensch würde frei entscheiden, ist eine Illusion. Ja, mehr noch, auch <em>unser Ich ist letztlich eine Illusion</em>, hervorgebracht von unserem Gehirn. Das war ein krachender Aufschlag.</p><p>Der Return ließ nicht lange auf sich warten. Es waren die Philosophen, die schnell in die Gegenposition gingen, was nicht verwundert, ist doch das Thema ein klassisch philosophisches. Und so wurde an dem Experiment fast alles kritisiert, was man finden konnte, vom Aufbau, über die Datenmenge und am meisten die Deutung.</p><h2>Die Kontrahenten</h2><p>Es sind oft Namen von Rang, populär oder populär geworden durch die Debatte, ein &#8220;Who is Who&#8221; der Neurobiologie, der Philosophie, der Psychologie.</p><p>Wolf Singer, Gerhard Roth, Jürgen Habermas, Dieter Sturma, Christian Geyer, Peter Bieri, Otto Kernberg, Thomas Fuchs, Ansgar Beckermann, Thomas Metzinger, Eugen Drewermann, Eric Kandel sind nur einige Stimmen, die an der Kontroverse um die Willensfreiheit teilgenommen haben, von klassischen Positionen ganz abgesehen.</p><p>Positiv war, dass bei der Neuauflage des Themas wirklich kaum ein Stein auf dem anderen blieb, andererseits war die Diskussion nicht frei von Eitelkeiten und schriller Polemik. Doch es gab immer wieder auch ausgleichende Stimmen und so nach und nach lichtete sich der Qualm etwas.</p><div id="attachment_3810" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/ct-bild.jpg" alt="Kopf und obere Region im CT" width="300" height="300" class="size-full wp-image-3810" /><p class="wp-caption-text">Datengewinnung von bizzarer Schönheit mittels CT &copy; <a href='http://www.siemens.com/press/pool/de/pressebilder/2010/imaging_it/300dpi/HIM201003030-02_300dpi.jpg' rel='nofollow'>Siemens Pressebild</a> under <a href='http://www.siemens.com/press/de/pressebilder/' rel='nofollow'>Presselizenz</a></p></div><h3>Alt oder neu?</h3><p>Im Grunde sind Fragen nach der Willensfreiheit sehr alt und so treffen wir hier auf Positionen des Buddhismus (Ichlosigkeit), von Sigmund Freud (der Mensch ist  nicht einmal Herr im eigenen Haus), philosophische und neuerdings neurobiologische, die miteinander ringen, aber auch im Dialog stehen.</p><h3>Die &#8220;Fakten&#8221;</h3><p>Hier sind wir bereits an einem wichtigen Punkt. Unter Fakten wird häufig verstanden, wie die Dinge sind. Doch in der Neurobiologie sieht man nicht Fakten, sondern hat es mit Daten aus Experimenten zu tun, die erst noch interpretiert werden müssen, auch dann, wenn die faszinierenden Darstellungen <a href="http://www.think-ing.de/specials/gesundheits-special-2011/bildgebende-verfahren">bildgebender Verfahren</a> einen anderen Eindruck suggerieren. Man sieht nicht wie ein Gehirn &#8220;denkt&#8221;, sondern man sieht lokale Durchblutungssituationen, von Bereichen, denen man bestimmte Eigenschaften zuschreibt. Das freilich oft so differenziert, dass Rückschlüsse erlaubt sind.</p><h2>Das Bild in der Öffentlichkeit</h2><p>Es gibt häufig in der öffentlichen Darstellung eine grob verzerrte Sicht auf den Ausgang der Diskussion um die <strong>Willensfreiheit</strong>. Die Hirnforschung, so wird oft sehr lapidar behauptet, habe bewiesen, dass der Mensch keinen freien Willen hat.</p><p>Dabei wird oft unterstellt, dass es eine unüberbrückbare Kluft zwischen dem Determinismus und der Möglichkeit frei zu sein gibt. Entweder man ist determiniert, auf die eine oder andere Art festgelegt, so heißt es, oder frei &#8211; etwas anderes gibt es nicht.</p><p><a href="http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/gesundheit/der-freie-wille-ist-eine-illusion/357466.html">Diese Auffassung</a> bedarf einer erheblichen Korrektur, der wir uns in den folgenden Artikeln dieser Serie in Schritten zuwenden.</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3803/willensfreiheit-hirnforschung/">Willensfreiheit &#8211; Wie frei ist der Mensch? (1)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/carsten/">Carsten</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.psyheu.de/3803/willensfreiheit-hirnforschung/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Diätmotivation: Kleine Erfolge führen zum Ziel</title><link>http://www.psyheu.de/3766/diaetmotivation-selbstwirksamkeit-deutliche-ziele/</link> <comments>http://www.psyheu.de/3766/diaetmotivation-selbstwirksamkeit-deutliche-ziele/#comments</comments> <pubDate>Wed, 25 Jan 2012 12:12:57 +0000</pubDate> <dc:creator>Florian</dc:creator> <category><![CDATA[Featured]]></category> <category><![CDATA[Gesundheit & Wohlbefinden]]></category> <category><![CDATA[Slider]]></category> <category><![CDATA[Diätmotivation]]></category> <category><![CDATA[intrinsische Motivation]]></category> <category><![CDATA[Selbstwirksamkeit]]></category> <category><![CDATA[Zwischenerfolge]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.psyheu.de/?p=3766</guid> <description><![CDATA[<p>Für die Wunschfigur ist eine richtige Diätmotivation wichtig. Es kommt darauf an, klare Ziele zu setzen und sich immer wieder über Zwischenerfolge zu freuen.</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3766/diaetmotivation-selbstwirksamkeit-deutliche-ziele/">Diätmotivation: Kleine Erfolge führen zum Ziel</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/florian/">Florian</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Gerade zum Jahresbeginn ist die <strong>Diätmotivation</strong> besonders hoch. Zu Neujahr wird häufig der gute Vorsatz gefasst, etwas für seine <em>Wunschfigur</em> zu tun. Doch wie lässt sich dieses Vorhaben konsequent umsetzen? Deutlich formulierte Zielvorgaben und eine Konzentration auf Zwischenerfolge helfen dabei die Diätmotivation dauerhaft aufrechtzuerhalten.</p><h2>Steigerung der Diätmotivation durch Konzentration auf Zwischenschritte</h2><div id="attachment_3775" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/bunter-salat-brot.jpg" alt="Gesunde Ernährung" width="300" height="169" class="size-full wp-image-3775" /><p class="wp-caption-text">Freude an gesunder Ernährung fördert die Diätmotivation &copy; <a href='http://www.flickr.com/photos/diekatrin/4102164843/#/' rel='nofollow'>Katrin Morenz</a> under <a href='http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de' rel='nofollow'>cc</a></p></div><p>Freund und Hennecke (2011) haben sich auf die Suche nach der richtigen Diätmotivation begeben. Hierfür haben sie 126 Frauen untersucht, die sich zum Ziel gesetzt hatten abzunehmen. Während ihrer Diät füllten die Teilnehmerinnen regelmäßig einen Fragebogen aus. Dieser gab Aufschluss darüber, ob sich die Frauen eher auf ihre Diät konzentrierten, also sich über einzelne <em>Zwischenerfolge freuten</em>, oder nur auf ihre Wunschfigur fokussiert waren. Das Ergebnis lautet: Je mehr die Frauen ihre Aufmerksamkeit auf einzelne Diättage richteten, desto <em>höher</em> war ihr <em>Durchhaltevermögen</em>.</p><p>Die Forscherinnen erklärten dieses Ergebnis damit, dass der Fokus auf Zwischenschritte einzelne Fortschritte stärker ins Bewusstsein rückt. Dies löst positive Emotionen wie Stolz und Selbstwirksamkeitsempfinden aus, die die Diätmotivation ankurbeln.</p><h3>Wirkfaktor: Erleben von Selbstwirksamkeit</h3><p>Selbstwirksamkeit entsteht dann, wenn die eigenen Anstrengungen zum gewünschten Erfolg führen (Bandura, 1997). Verbessert sich durch eine zielgerichtete Ernährung und regelmäßigen Sport im Verlauf der Diät die Figur, führt dies zu der Einsicht, dass das eigene Vorgehen richtig ist und man selbst aktiv Einfluss auf das eigene Aussehen nehmen kann. Man fühlt sich demnach in seinem Handeln bestätigt.</p><p>Diese Erfolgserlebnisse führen zu einer Steigerung der <em><a href="http://www.psyheu.de/3549/intrinsisch-motivation-sport/" title="Intrinsische Motivation beim Sport - Motivation (2)">intrinsischen Motivation</a></em>. Spaß und Freude an der Tätigkeit nehmen also zu (Krapp, 1999). Tätigkeiten, die sich durch positive Emotionen auszeichnen, werden zeitnaher und ausdauernder ausgeführt und verbessern somit die Diätmotivation (Rheinberg, 2006; Sansone &amp; Smith, 2000). Jemand der Freude am <em>Sport</em> oder <em>gesunder Ernährung</em> entwickelt hat, wird diese Tätigkeiten also immer wieder zur Zielerreichung einsetzen. Dies ist eine gute Ausgangsbasis, um auf Dauer etwas für seine Figur zu tun.</p><p>Wer sich hingegen nur auf sein Zielgewicht konzentriert, hat ständig vor Augen, wie weit er von diesem noch entfernt ist. Dies ist besonders zu Beginn der Diät besonders kritisch, wenn die Figur trotz großer Bemühungen noch gar nicht dem Wunschgewicht entspricht. Diese Frauen nehmen also eine hohe Diskrepanz wahr, was eher zu Frust und neuen Essattacken führt.</p><h2>Verbesserung der Diätmotivation durch deutliche Ziele</h2><p>Locke und Latham (2002) haben die Wirkung präzise formulierter Zielvorgaben untersucht. Sie konnten zeigen, dass deutlich formulierte Ziele zu einem höheren Erfolg führen als unklare Zielvorgaben. Übertragen auf den Kontext der <strong>Diätmotivation</strong> könnte ein konkretes Ziel lauten, in den nächsten zwei Monaten zehn Kilo abzunehmen.</p><p>Laut Freund (2011) lässt sich die Diätmotivation zusätzlich steigern, wenn das konkret formulierte Endziel nochmals in <em>kleinere Teilziele</em> zerlegt wird. Ein Zwischenziel könnte darin bestehen, in der ersten Woche zwei Kilo abzunehmen. Dies ermöglicht es konkrete Zwischenschritte einzuleiten. Eine Woche im Voraus lässt sich in der Regel abschätzen, was, wann und wo zu tun ist. Wer also zwei Kilo abnehmen möchte, könnte sich beispielsweise vornehmen, zweimal nach der Arbeit und einmal am Wochenende ins Fitnessstudio zu gehen. Das Befolgen kleiner Zwischenschritte steigert auf Dauer die Einsatzbereitschaft.</p><h2>Quellenangaben</h2><ul><li>Bandura, A. (1997). <em>Self-efficacy: The exercise of control.</em> New York: Freeman.</li><li>Freund, A.M. (2011). Das Geheimnis der Selbstmotivation. Wie wir schaffen, was wir wirklich wollen. <em>TV Hören und Sehen, 52,</em> 12-13.</li><li>Freund, A.M. &amp; Hennecke, M. (2011). <em>Changing eating behavior vs. losing weight: The role of goal focus for weight loss in overweight women.</em> <a href="http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/08870446.2011.570867">Online verfügbar</a> (25.01.2012).</li><li>Krapp, A. (1999). Intrinsische Lernmotivation und Interesse. Forschungsansätze und konzeptuelle Überlegungen. <em>Zeitschrift für Pädagogik, 45,</em> 387-406.</li><li>Locke, E.A. &amp; Latham, G.P. (2002). Building a practically useful theory of goal setting and task motivation. A 35-year odyssey. <em>American Psychologist, 57,</em> 705-717.</li><li>Rheinberg, F. (2006). Intrinsische Motivation und Flow-Erleben. In J. Heckhausen &amp; H.  Heckhausen (Hrsg.), <em>Motivation und Handeln</em> (3., durchges. Aufl., S. 331–354). Berlin: Springer.</li><li>Sansone, C. &amp; Smith, J.L. (2000). Interest and self-regulation: the relation between having to and wanting to. In C. Sansone &amp; J.M. Harackiewicz (Hrsg.), <em>Intrinsic and extrinsic motivation</em> (S. 343-372). San Diego: Academic Press.</li></ul><p><a href="http://www.psyheu.de/3766/diaetmotivation-selbstwirksamkeit-deutliche-ziele/">Diätmotivation: Kleine Erfolge führen zum Ziel</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/florian/">Florian</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.psyheu.de/3766/diaetmotivation-selbstwirksamkeit-deutliche-ziele/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Die Zukunft der Religion &#8211; Die Glaubenskrise (2)</title><link>http://www.psyheu.de/3730/zukunft-religion-mystik-wissen/</link> <comments>http://www.psyheu.de/3730/zukunft-religion-mystik-wissen/#comments</comments> <pubDate>Wed, 18 Jan 2012 11:00:51 +0000</pubDate> <dc:creator>Carsten</dc:creator> <category><![CDATA[Featured]]></category> <category><![CDATA[Gesellschaft, Umwelt & Medien]]></category> <category><![CDATA[Slider]]></category> <category><![CDATA[Glaube]]></category> <category><![CDATA[Mystik]]></category> <category><![CDATA[Religion]]></category> <category><![CDATA[Wissen]]></category> <category><![CDATA[Zukunft]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.psyheu.de/?p=3730</guid> <description><![CDATA[<p>Was ist die Zukunft der Religion, in Europa, in der Welt? Wie verhalten sich Glauben, Wissen und Erfahrung zueinander? Der Versuch einer Einschätzung.</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3730/zukunft-religion-mystik-wissen/">Die Zukunft der Religion &#8211; Die Glaubenskrise (2)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/carsten/">Carsten</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir einen Ausblick wagen wollen, wie sich <strong>die Zukunft der Religion</strong> darstellen könnte, dann sieht dies regional sehr unterschiedlich aus.</p><h2>Europa und der Rest der Welt</h2><p>Das säkulare Europa befindet sich eher auf einem Sonderweg. Das vergessen wir manchmal, wenn wir glauben, es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis die Kirchen all ihre Mitglieder verlieren und Europa zum Modellfall für die ganze Welt wird. Die Tendenz geht aber deutlich eher dahin, dass es der Atheismus ist, der ausstirbt.</p><p>Zu den Zahlen, die schon jetzt von einem breiten <a href="http://www.adherents.com/Religions_By_Adherents.html">Übergewicht auf Seiten des Gläubigen</a> ausgehen, gesellt sich noch ein zusätzlicher Effekt: In jenen Regionen, in denen es eine <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Atheists_Agnostics_Zuckerman_de.svg&amp;filetimestamp=20080229160229">hohe Anzahl an Atheisten</a> gibt, wie bei uns in Europa, schrumpft die Bevölkerung recht schnell, in Ländern mit einer hohen Anzahl gläubiger Menschen <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Population_growth_rate_2007-de.svg&amp;filetimestamp=20080527080321">wächst die Bevölkerung</a>.</p><div id="attachment_3731" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/taj-mahal.jpg" alt="indisches sakrales Bauwerk" width="300" height="169" class="size-medium wp-image-3731" /><p class="wp-caption-text">Das Taj Mahal, ein indo-islamischer, sakraler Prachtbau &copy; <a href='http://www.flickr.com/photos/christianhaugen/3294493110/' rel='nofollow'>Christian Haugen</a> under <a href='http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de' rel='nofollow'>cc</a></p></div><p>Wieder weiß man nicht, ob man sich im Angesicht von Umweltzerstörung, Nahrungs- und Ressourcenknappheit, Klimawandel und <a href="http://www.psyheu.de/2697/demographische-wandel-schrumpfvergreisung/" title="Der demographische Wandel">Überbevölkerung</a> über eine partielle Schrumpfung freuen soll, oder ob man diesen Trend bedauern muss, zumal, wenn es eine Region trifft, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Demografie#Differenzierte_Betrachtung_der_Geburtenh.C3.A4ufigkeit_in_Deutschland_und_der_Schweiz">aus der man selbst stammt</a>. Das ist umso befremdlicher, als die friedliche und befruchtende Koexistenz zwischen religiösen, agnostischen und atheistischen Menschen in Deutschland über lange Zeit gut funktionierte.</p><h2>Glauben, Wissen und Erfahren</h2><p>Eine andere offene Frage ist, wie <strong>die Zukunft der Religion</strong> in einer wissenschaftlichen Zeit aussehen kann. Die naturwissenschaftlichen Fakten sprechen gegen die Religion, doch der <a href="http://www.psyheu.de/3635/von-guten-maechten-1-die-glaubenskrise/" title="Von guten Mächten… ? - Die Glaubenskrise (1)">Naturalismus</a> ist nichts, was Sinn und Orientierung stiftet. Ob ein Verhalten bereits von Primaten vererbt ist oder genetische Vorteile bringt, sagt noch immer nichts darüber aus, ob und warum man es machen <em>sollte</em>.</p><p>Ein psychologischer Aspekt ist, dass der Mensch nicht nur ein objektivierender Beobachter ist, sondern immer auch Anteil nimmt, Erfahrender ist. Als Teilnehmer beobachtet er nicht nur Abläufe und sortiert Fakten, sondern es passiert auch etwas mit und in ihm, vielleicht in seiner religiösen Gemeinschaft, vielleicht im Gebet.</p><p>Das ist kein objektiver Beweis für die Existenz Gottes, aber ein subjektives Empfinden und es besteht kein triftiger Grund diese Seite des Menschen völlig auszublenden, zumal sie auch anderswo als Begründung unseres Handelns dient, wenn wir aus Spaß, Erbauung, Neugierde etwas tun.</p><h2>Religion und Mystik</h2><p>Gruppenerfahrungen und religiöse Rituale haben ganz sicher eine sinn- und gemeinschaftsstiftende, sowie strukturierende Wirkung, doch die könnte man auch im Fußballstadion haben. Was ist der besondere Aspekt bei Religionen, so dass das Thema die Menschen seit Jahrtausenden nicht los lässt?</p><div id="attachment_3743" class="wp-caption alignleft" style="width: 477px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/maria-weissenstein.jpg" alt="Kirche mit Orgelbühne" width="467" height="350" class="size-full wp-image-3743" /><p class="wp-caption-text">Ein Raum für spirituelle Erfahrungen &copy; <a href='http://www.psyheu.de/author/carsten/'>C. Börger</a></p></div><p>Neben der Hoffnung auf ein besseres Jenseits, der tröstenden Idee, dass mit dem Tod doch nicht alles aus sein könnte, waren es immer auch herausragende mystisch-spirituelle Erfahrungen, die das Feuer weiterlodern ließen. Mystische Erfahrungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie ein Empfinden für die Realität von Transzendenz direkt und subjektiv sehr überzeugend vermitteln. Offenbarungen, Durchbrüche, Erleuchtung sind Begriffe aus diesem Erlebenskontext.</p><p>Lange Zeit wurde kritisch gefragt, ob diese Erfahrungen nicht nur auf Sinnestäuschungen oder sogar <a href="http://www.psyheu.de/3405/zwaenge-entstehung-angst/" title="Entstehung von Zwängen durch Angst - Zwangsstörungen (1)">psychischen Pathologien</a> beruhen könnten, doch das konnte nie für alle Fälle bestätigt werden. Die Menschen, die mystische Erfahrungen gemacht haben, haben nicht selten durch diese eine fundamental andere Haltung dem Leben gegenüber entwickelt.</p><h2>Was könnte die Zukunft bringen?</h2><p>Wie könnte sie aussehen, <strong>die Zukunft der Religion</strong>? Eine Fusion von Wissenschaft, Glauben und Mystik scheint eher unwahrscheinlich zu sein, doch inzwischen zeichnet sich ein gewisser Konsens ab, dass Religionen nicht generell entwertet, ihre fundamentalistische Ausprägung aber sehr genau beobachtet werden sollte. Wichtig scheint jedoch auch zu sein, eine Werteorientierung zu etablieren, die die Gesellschaft verbindet.</p><p>Religion im Sinne wortgetreuer Gläubigkeit wird weiter eine große und wohl wachsende Rolle in der Welt spielen, anders als derzeit in Europa.</p><p>Mystische Erfahrungen sind immer gering in der Zahl gewesen und auch in naher Zukunft hat die Mystik nicht das Potenzial zu einer Massenbewegung. Doch gerade sie könnten bewirken, dass bestimmte spirituelle Erfahrungen ernst genommen werden und die Frage nach dem Verhältnis von objektiver Erkenntnis und subjektiver Überzeugung in Philosophie und Psychologie neu diskutiert wird.</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3730/zukunft-religion-mystik-wissen/">Die Zukunft der Religion &#8211; Die Glaubenskrise (2)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/carsten/">Carsten</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.psyheu.de/3730/zukunft-religion-mystik-wissen/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Intrinsische Motivation beim Sport &#8211; Motivation (2)</title><link>http://www.psyheu.de/3549/intrinsisch-motivation-sport/</link> <comments>http://www.psyheu.de/3549/intrinsisch-motivation-sport/#comments</comments> <pubDate>Wed, 11 Jan 2012 11:00:09 +0000</pubDate> <dc:creator>Florian</dc:creator> <category><![CDATA[Featured]]></category> <category><![CDATA[Gesundheit & Wohlbefinden]]></category> <category><![CDATA[Slider]]></category> <category><![CDATA[Gefühlsbezogene Valenz]]></category> <category><![CDATA[Intrinsisch]]></category> <category><![CDATA[Motivation]]></category> <category><![CDATA[Person-Gegenstands-Theorie des Interesses]]></category> <category><![CDATA[Sport]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.psyheu.de/?p=3549</guid> <description><![CDATA[<p>Intrinsische Motivation beim Sport ist durch das Erleben von Spaß und Verbundenheit charakterisiert und erhöht die sportliche Aktivität. Teil 2 der Serie zur Motivation beim Sport.</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3549/intrinsisch-motivation-sport/">Intrinsische Motivation beim Sport &#8211; Motivation (2)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/florian/">Florian</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Im <a href="http://www.psyheu.de/3524/extrinsisch-motivation-sport/" title="Motivation (1): Extrinsische Motivation beim Sport">vorheringen Artikel</a> wurden bereits die extrinsischen Anreizmotive beim Sport und ihre Folgen näher beschrieben. Im Folgenden soll nun die intrinsische Motivation beim Sport genauer erläutert werden. Hierbei stehen vor allem <em>interessengeleitetes Handeln sowie Freude an der Tätigkeit im Vordergrund</em>.</p><h2>Intrinsische Handlungsmotive</h2><div id="attachment_3553" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/maenner-fussball.jpg" alt="Mit Motivation beim Sport" width="300" height="169" class="size-medium wp-image-3553" /><p class="wp-caption-text">Motivation beim Fußball &copy; <a href='http://www.flickr.com/photos/digitoxin/568116542/' rel='nofollow'>Mike Jentsch</a> under <a href='http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.de' rel='nofollow'>cc</a></p></div><p>Im Gegensatz zu den extrinsischen Handlungsmotiven liegen die Ursachen für intrinsisch motivierte Handlungen in der <em>positiv empfundenen Erlebnisqualität</em>, die unmittelbar mit dem Handlungsvollzug verbunden ist (Krapp &amp; Weidemann, 2006; Schiefele &amp; Köller, 2001). Der belohnende Effekt stellt sich daher während der Tätigkeitsausführung ein.</p><h2>Was macht intrinsische Motivation beim Sport aus?</h2><p>Die <strong>intrinsische Motivation</strong> beim Sport ist am besten durch die <em>Person-Gegenstands-Theorie des Interesses</em> (Krapp, 2002a; Schiefele, 2001) erklärbar. Diese ist durch Handlungsmotive wie die <em>wertbezogenen und gefühlsbezogenen Valenzen</em> charakterisiert.</p><h3>Wertbezogene Valenz</h3><p><em>Wertbezogene Valenz meint, dass eine Person einem Sachverhalt eine hohe persönliche Bedeutung zuschreibt.</em> Sie geht einer Tätigkeit nach, weil sie sich für diese persönlich interessiert. Der Anreiz ist daher gegenstandszentriert (Krapp, 1999). Dies führt dazu, dass sie das Bedürfnis verspürt, diese Tätigkeit zeitnah und ausdauernd auszuführen (Rheinberg, 2006; Sansone &amp; Smith, 2000). Beispielsweise spielt sie leidenschaftlich gerne und oft Fußball, weil sie sehr an einzelnen Spieltechniken interessiert ist.</p><h3>Gefühlsbezogene Valenz</h3><p><em>Die intrinsische Motivation beim Sport ist durch die gefühlsbezogene Valenz charakterisiert.</em> Dieser zufolge ist eine Tätigkeit nicht nur persönlich bedeutsam, sondern auch <em>von positiven Emotionen wie Lust, Spaß oder Genuss begleitet</em> (Krapp, 1999; Rheinberg, 1996; Schneider, 1996). Die Belohnungswirkung tritt also während der Tätigkeitsausführung auf und endet mit dieser. Daher liegt der Anreiz hierbei auch in der Tätigkeit selbst (Rheinberg, 2006). Demnach könnten während des Fußballspielens die Bewegungen als wohltuend empfunden werden. Zur gefühlsbezogenen Valenz zählen auch das Erleben eigener Kompetenz und sozialer Eingebundenheit.</p><h3>Erleben eigener Kompetenz</h3><p>Das Erleben eigener Kompetenz weist einen starken Zusammenhang mit der Lernzielorientierung (Dweck &amp; Legget, 1988; Nicholls, 1984) auf. Im Rahmen dieser beschäftigt sich eine Person intensiver mit einem Sachverhalt, weil sie mehr über ihn wissen oder diesen besser beherrschen möchte. Das Ziel liegt somit im <em>Erwerb von Kompetenz</em>. Beispielsweise möchte sie nicht nur viel über die einzelnen Spieltaktiken beim Fußball in Erfahrung bringen, sondern diese auch praktisch und effektiv auf die Spielsituation übertragen. Werden vorhandene Kompetenzen erfolgreich auf die Problemstellung angewandt, resultiert daraus das Erleben von <em>Selbstwirksamkeit</em> (Bandura, 1997). Diese beinhaltet das Gefühl, die eigenen Fähigkeiten verbessert zu haben oder die Thematik zunehmend besser zu beherrschen (Heckhausen, 1974).</p><h3>Wunsch nach sozialer Eingebundenheit</h3><p><em>Das Erleben sozialer Eingebundenheit kann die Freude an der Ausführung der Tätigkeit deutlich erhöhen (Deci &amp; Ryan, 1985).</em> Beispielsweise erlebt man sich im Rahmen eines Fußballspiels als Teil eines Teams und nimmt somit eine starke Verbundenheit mit seinen Teamkollegen wahr. Dies motiviert dazu, diesem Sport weiter nachzugehen.</p><h2>Vorteil extrinsischer und intrinsischer Motivation beim Sport</h2><p>Laut Rheinberg (2006) kann eine extrinsisch begonnene Tätigkeit durch Identifikation in eine intrinsisch motivierte umgewandelt werden. So mag der anfängliche Grund für den Besuch des Fitnessstudios nur darin liegen, die eigene Figur zu verbessern. Im Laufe der Zeit lernt man aber interessante Leute kennen, spürt dass Bewegung Spaß macht oder nimmt eigene Fortschritte wahr. Dies führt dazu, dass man sich immer mehr mit der Tätigkeit identifiziert und ihr öfters nachgeht. Extrinsische und intrinsische Motivation beim Sport können sich daher positiv beeinflussen.</p><h2>Quellenangaben</h2><ul><li>Bandura, A. (1997). <em>Self-efficacy: The exercise of control.</em> New York: Freeman.</li><li>Deci, E.L. &amp; Ryan, R.M. (1985). <em>Intrinsic motivation and self-determination in human behavior.</em> New York: Plenum.</li><li>Dweck, C.S. &amp; Leggett, F.L. (1988). A social-cognitive approach to motivation and personality. <em>Psychological Review, 95,</em> 256-273.</li><li>Heckhausen, H. (1974). <em>Leistung und Chancengleichheit.</em> Göttingen: Hogrefe.</li><li>Krapp, A. (1999). Intrinsische Lernmotivation und Interesse. Forschungsansätze und konzeptuelle Überlegungen. <em>Zeitschrift für Pädagogik, 45,</em> 387-406.</li><li>Krapp, A. (2002a). An educational-psychological theory of interest and its relation to self- determination theory. In E.L. Deci &amp; R.M. Ryan (Hrsg.), <em>The handbook of self- determination research</em> (S. 405-427). Rochester: University of Rochester Press.</li><li>Krapp, A. &amp; Weidemann, B. (2006). <em>Pädagogische Psychologie</em> (5., durchges. Aufl.). Weinheim: PVU.</li><li>Nicholls, J.G. (1984). Achievement motivation: Conceptions of ability, subjective experience, task choice, and performance. <em>Psychological Review, 91,</em> 328-346.</li><li>Rheinberg, F. (1996). Flow-Erleben, Freude an riskantem Sport und andere &#8220;unvernünftige&#8221; Motivationen. In J. Kuhl &amp; H. Heckhausen (Hrsg.), <em>Motivation, Volition und Handlung. Enzyklopädie der Psychologie C/IV/4</em> (S. 101-118). Göttingen: Hogrefe.</li><li>Rheinberg, F. (2006). Intrinsische Motivation und Flow-Erleben. In J. Heckhausen &amp; H. Heckhausen (Hrsg.), <em>Motivation und Handeln</em> (3., durchges. Aufl., S. 331–354). Berlin: Springer.</li><li>Sansone, C. &amp; Smith, J.L. (2000). Interest and self-regulation: the relation between having to and wanting to. In C. Sansone &amp; J.M. Harackiewicz (Hrsg.), <em>Intrinsic and extrinsic motivation</em> (S. 343-372). San Diego: Academic Press.</li><li>Schiefele, U. &amp; Köller, O. (2001). Intrinsische und extrinsische Motivation. In D.H. Rost (Hrsg.), <em>Handwörterbuch Pädagogische Psychologie</em> (S. 304-310). Weinheim: Psychologie Verlags Union.</li><li>Schiefele, U. (2001). The role of interest in motivation and learning. In J.M. Collis &amp; S. Messick (Hrsg.), <em>Intelligence and personality: Bridging the gap in theory and measurement</em> (S. 163-194). Mahwah, NJ: Erlbaum.</li><li>Schneider, K. (1996). Intrinsisch (autotelisch) motiviertes Verhalten &#8211; dargestellt an den Beispielen des Neugierverhaltens sowie verwandter Verhaltenssysteme (Spielen und leistungsmotiviertes Handeln). In J. Kuhl &amp; H. Heckhausen (Hrsg.), <em>Motivation, Volition und Handlung. Enzyklopädie der Psychologie C/IV/4</em> (S. 119-153). Göttingen: Hogrefe.</li></ul><p><a href="http://www.psyheu.de/3549/intrinsisch-motivation-sport/">Intrinsische Motivation beim Sport &#8211; Motivation (2)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/florian/">Florian</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.psyheu.de/3549/intrinsisch-motivation-sport/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> <item><title>Von guten Mächten… ? &#8211; Die Glaubenskrise (1)</title><link>http://www.psyheu.de/3635/von-guten-maechten-1-die-glaubenskrise/</link> <comments>http://www.psyheu.de/3635/von-guten-maechten-1-die-glaubenskrise/#comments</comments> <pubDate>Thu, 05 Jan 2012 11:00:50 +0000</pubDate> <dc:creator>Carsten</dc:creator> <category><![CDATA[Featured]]></category> <category><![CDATA[Gesellschaft, Umwelt & Medien]]></category> <category><![CDATA[Slider]]></category> <category><![CDATA[Glaube]]></category> <category><![CDATA[Glaubenskrise]]></category> <category><![CDATA[Kirche]]></category> <category><![CDATA[Religion]]></category><guid isPermaLink="false">http://www.psyheu.de/?p=3635</guid> <description><![CDATA[<p>Europa ist in einer Glaubenskrise. Ist das ein Zeichen fortschreitender Aufgeklärtheit, bedauerlicher Werteverfall oder einfach nur ein Trend?</p><p><a href="http://www.psyheu.de/3635/von-guten-maechten-1-die-glaubenskrise/">Von guten Mächten… ? &#8211; Die Glaubenskrise (1)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/carsten/">Carsten</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></description> <content:encoded><![CDATA[<p>Alle Jahre wieder ist Weihnachten, da stellt sich für den einen oder anderen die Frage, was der <em>Glaube, Religion, Spiritualität</em> oder ein <em>Empfinden für Transzendenz</em> für ihn noch bedeutet. Fühlen wir uns noch <em>von guten Mächten</em> wunderbar geborgen? Die <strong>Glaubenskrise</strong> in einem immer stärker säkularisierten Europa, ist sie ein Zeichen, dass die Menschen hier immer reifer und erwachsener werden oder stellt sie einen Verlust dar?</p><h2>Das Kreuz mit dem Kreuz und dem Halbmond</h2><p>Sicher ist, dass es kontinuierliche <a href="http://www.kirchenaustritt.de/statistik/">Kirchenaustritte</a> gibt, die in den letzten Jahren, wohl auch im Zuge der offengelegten sexuellen Missbrauchsfälle der katholischen Kirche, noch einmal zugenommen haben. Deutlich scheint aber auch zu sein, dass es weiterhin eine <em>spirituelle Sehnsucht</em> gibt.</p><div id="attachment_3643" class="wp-caption alignright" style="width: 360px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/von-guten-maechten.jpg" alt="Von guten Mächten..." width="350" height="262" class="size-full wp-image-3643" /><p class="wp-caption-text">Bonhoeffers berühmte Textzeile &copy; <a href='http://www.psyheu.de/author/carsten/'>C. Börger</a></p></div><p>Für die einen ist Religion organisiertes Übel, vom intellektuellen Niveau her vergleichbar mit dem Glauben an den Weihnachtsmann, unzeitgemäß in einem wissenschaftlich-aufgeklärten Zeitalter.</p><p>Mit einem eher soziologischen Blick kann man die Frage stellen, ob Religionen denn einen gesellschaftlichen Nutzen haben? Es gibt keine klare Antwort, das Bild, was der Kriminologe und Soziologe <em>Christian Pfeiffer</em> zeichnet, ist heterogen. Eine Zugehörigkeit zum Islam sieht der niedersächsische Professor als problematisch an, eine Identifikation mit dem Christentum scheint vor negativen gesellschaftlichen Einflüssen zu schützen. Die Daten beziehen sich ausdrücklich auf Deutschland und hängen eng mit dem Faktor Bildung zusammen, insofern bleibt bei allen Tendenzen die Frage offen, welchen Anteil Religionen nun letzten Endes haben (vgl. ausführlich <a href="http://www.kfn.de/versions/kfn/assets/fob109.pdf">hier</a>, S. 82-133), ob wir von guten Mächten oder bösen Verirrungen reden.</p><p>Doch die Ergebnisse, dass Religionen einen <em>Schutz gegen allgemein schlechte Einflüsse</em> darstellen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Resilienz_%28Psychologie_und_verwandte_Disziplinen%29#Die_Rolle_der_organisierten_Religion">Resilienz</a>), scheinen sich vielfach zu bestätigen.</p><h2>Die Intellektuellen</h2><p>Der <em>Naturalismus</em>, die philosophische Idee hinter dem naturwissenschaftlichen Weltbild, verfüge hingegen nicht einmal über ein Kriterium, um ein gelungenes und ein misslungenes Leben zu unterscheiden. Das &#8220;nachmetaphysische Denken&#8221;, das ihm vorschwebt und sich ebenfalls &#8220;ethisch enthaltsam&#8221; zeige, verhalte sich hingegen gegenüber Religionen &#8220;agnostisch und lernbereit&#8221;, meint Jürgen Habermas. Für Gunnar Heinsohn bringen schon die Conquistadoren inmitten ihrer Bluttaten &#8220;nichts weniger als das Völkerrecht auf den Weg&#8221;. Hans Joas hingegen betont, <a href="http://www.wdr5.de/nachhoeren/das-philosophische-radio.html">im philosophischen Radio</a>, bei allen Vorformulierungen dürfe sich das Christentum nicht mit fremden Federn schmücken, es zähle nicht die Absicht, sondern die Etablierung derselben in der breiten, gesellschaftlichen Realität und da sieht er als klare Grenze die französische Revolution.</p><h2>Und was sagt die Psychologie?</h2><p>Auch hier findet man Uneinigkeit unter den Analytikern. Sigmund Freud, einer der großen Atheisten, spricht in seiner klassischen Schrift <a href="http://www.archive.org/details/DasUnbehagenInDerKultur">Das Unbehagen in der Kultur</a> von der Religion als einer Art Massenpsychose. Einer seiner begabtesten Erben, Otto Kernberg, meint hingegegen in einem Vortrag über Psychoanalyse und Religion, die Religion liefere ein universelles Wertesystem, das Verantwortungsgefühl mit Sorge und Verständnis, Respekt vor dem Recht der anderen und Toleranz fordere.</p><h3>Glück, Gesundheit, Schicksalsschläge</h3><div id="attachment_3636" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><img src="http://www.psyheu.de/wp-content/uploads/mystisches-licht.jpg" alt="Kirche vor Sonnenlicht" width="300" height="169" class="size-full wp-image-3636" /><p class="wp-caption-text">Antiquiert oder ergreifend? &copy; <a href='http://www.psyheu.de/author/carsten/'>C. Börger</a></p></div><p>Die Glücksforschung sieht in der Fähigkeit zu glauben einen deutlichen Gewinn, der sich auch positiv auf die <a href="http://www.n24.de/news/newsitem_7061168.html">Verarbeitung von Schicksalsschlägen</a> auswirkt (teilweise in einem Ausmaß, das eigene Fragen aufwirft), <a href="http://www.psyheu.de/3335/positives-denken-heilungschancen-krebs-verbessern/" title="Durch positives Denken die Heilungschancen bei Krebs verbessern?">ob der Glaube der Gesundheit nutzt</a>, wird nach wie vor kontrovers diskutiert.</p><p>Die Gratwanderung scheint darin zu bestehen, sich von guten Mächten geborgen zu fühlen und dennoch die eigene Verantwortung anzunehmen. Selbst aktiv zu werden und dennoch einen Teil zu delegieren, eine größere Macht in oder um sich zu ahnen, mit der man sich glaubt verbinden zu können.</p><p><em>Quellen:</em></p><ul><li>J. Habermas, Zwischen Naturalismus und Religion, Suhrkamp 2005, S.115</li><li>G. Heinsohn, Söhne und Weltmacht, Orell-Füssli, 2003, S.99f</li></ul><p><a href="http://www.psyheu.de/3635/von-guten-maechten-1-die-glaubenskrise/">Von guten Mächten… ? &#8211; Die Glaubenskrise (1)</a>, geschrieben von <a rel="author" href="http://www.psyheu.de/author/carsten/">Carsten</a> und publiziert auf <a href="http://www.psyheu.de">Psychologie Online-Magazin psyheu.de</a></p>]]></content:encoded> <wfw:commentRss>http://www.psyheu.de/3635/von-guten-maechten-1-die-glaubenskrise/feed/</wfw:commentRss> <slash:comments>0</slash:comments> </item> </channel> </rss>
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